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| 02:44 Uhr

Harte Geduldsprobe am Kuthteich

Der Kuthteich (oben) und der Wehlenteich in Lauchhammer-Mitte sind Restlöcher ausgekohlter Alttagebaue mitten im Stadtgebiet.
Der Kuthteich (oben) und der Wehlenteich in Lauchhammer-Mitte sind Restlöcher ausgekohlter Alttagebaue mitten im Stadtgebiet. FOTO: Peter Radke/LMBV
Lauchhammer. Die Bergbausanierer machen die grüne Mitte von Lauchhammer flott. Die Stadt drängt darauf, dass die bescheidenen Investitionen in die Lebensqualität folgen. Kathleen Weser

Die Bergbausanierer sind in der grünen Mitte von Lauchhammer im Einsatz. Mit reichlicher Verspätung. Denn bereits für die frühen 90er-Jahre war angekündigt gewesen, den Kuthteich und den Wehlenteich für die Naherholung flott zu machen.

Lange hat die Stadt warten müssen. Jetzt werden die locker gelagerten Kippensande des Alttagebaus Kuth, der dem als Restloch 38 bezeichneten Bergbaufolgesee schon frühzeitig den Namen gegeben hat, in ein festes, standsicheres Gefüge gezwungen. Mit schwerer Technik sind die Experten der heimischen Spezial- und Bergbau-Servicegesellschaft (SGL) Lauchhammer dafür angerückt. Die bergmännischen Erdarbeiten am Restsee haben begonnen.

Umweltaltlasten, hohe Naturschutzauflagen am Kuthteich und der begrenzte Finanzrahmen hatten die Arbeiten immer wieder hinausgezögert. Auch der verzweifelte Versuch der Stadt Lauchhammer, das Gebiet vor nunmehr fast zehn Jahren für eine Landesgartenschau zu erschließen und die Sanierung damit schneller voranzutreiben, war gescheitert.

Das wieder hoch ansteigende Grundwasser und reichliche Niederschläge hatten dann wenig später vor allem den Wehlenteich, der wie eine abflusslose Badewanne in der Landschaft liegt, volllaufen lassen wie nie zuvor. Das locker gelagerte Erdreich war damit auch im Umfeld so mit Wasser gesättigt, dass das brandenburgische Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe in Cottbus die Ortrander Straße für schwere Fahrzeuge zur absoluten Sperrzone erklärte. Die viel befahrene Verkehrsader, die Hauptzufahrtsstraße von der B 169 zur Stadtmitte, soll im nächsten Jahr abschließend gesichert werden. Die Arbeiten an der straßenseitigen Uferböschung des Kuthteiches sind zuvor zwingend erforderlich. Aber die Stadt Lauchhammer, die lange mehr oder weniger geduldig auf die Sanierung gewartet hat, drängt jetzt ebenso auf sichtbare Ergebnisse für die Lebensqualität in der Stadtmitte. Der Kuthteich, der vor dem Einspülen von Kohletrübe aus den Braunkohleveredlungsanlagen schon als Freizeitoase genutzt worden war, soll für die Naherholung wieder in Wert gesetzt werden. "Unsere Vorstellungen sind bescheiden", erklärt Bürgermeister Roland Pohlenz (parteilos). Das Vorhaben aber dulde jetzt keinen Aufschub mehr. Ein Rundweg, ein kleiner Strand, ein Parkplatz und ein Kiosk im satten Grün gehören zum Plan für den Bergbaufolgesee, den sich Mutter Natur längst mit einer reichen Flora und Fauna zurückerobert hat.

Zum Thema:
Die Baustelle am Kuthteich in Lauchhammer-Mitte wird am Sonnabend, dem 22. Juli, von 10 bis 13 Uhr für interessierte Bürger geöffnet. Zur imposanten Technologie, die am Kuthteich zum Einsatz kommt, wird informiert. Ein 50 Meter hoher Rüttelbagger und ein Hydroseilbagger zur Wurzelrodung mit einer Höhe von 60 Metern arbeiten hier. Die bauausführende Firma, die Spezial- und Bergbau-Servicegesellschaft Lauchhammer (SGL) Lauchhammer, und die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) erläutern die Sanierung am Kuthteich. Die Einnahmen aus der Getränke- und Essensversorgung kommen der Jugendeinrichtung "Junge Forscher" in Lauchhammer zu Gute, teilt LMBV-Sprecherin Stefanie Klein mit. Die Zufahrt erfolgt über den wieder freigegebenen Südring. Über die gesperrte Ortrander Straße führt indes kein Weg. Parkplätze sind ausgeschildert.