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Hardcorefans zeigen weiches Herz

Beim Hardcorefestival im Sedlitzer Lindengarten zeigten Besucher und Bands Mitgefühl für krebskranke Kinder.
Beim Hardcorefestival im Sedlitzer Lindengarten zeigten Besucher und Bands Mitgefühl für krebskranke Kinder. FOTO: Christian Brauer
Senftenberg. Die Organisatoren des Jugendklubs im Senftenberger Ortsteil haben die bisher größte Spende an die Kinderkrebsstation des Cottbuser Carl-Thiem-Klinikums übergeben. Damit hat das vierte Sedlitzer Festival "Mosh gegen Krebs" am Pfingstwochenende alle Rekorde gebrochen. Heidrun Seidel

Elisabeth Holfeld ist überwältigt. Mit einer solchen Summe hat die Oberärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum nicht gerechnet: 7060 Euro haben die Organisatoren um Christian Schroschk und Martin Schmidt vom Sedlitzer Jugendklub diesmal zusammenbekommen, 1794 Euro waren es 2013. "Das hat uns sehr überrascht", sagt Dr. Holfeld, und "natürlich riesig gefreut." Und sie gesteht: "Anfangs war ich wirklich skeptisch." Was sind das für Leute, die eine so harte Musik hören?", habe sie sich vor zwei Jahren gefragt, als sich die Sedlitzer Jungs zur Spendenübergabe angekündigt hatten. Inzwischen habe man sich kennengelernt. Und die erfahrene Ärztin, die sich seit Jahren mit ihrem Team auf der K4 im Cottbuser Klinikum der bösartigen Krankheit bei Kindern entgegenstemmt, weiß jetzt: "Die Jungs haben einen weichen Kern."

So lassen es sich die Initiatoren Christian Schroschk (32) und Martin Schmidt (26) auch nicht nehmen, der Ärztin selbst die stolze Summe in der Cottbuser Klinik zu übergeben. Auch der vierjährige Linus, die 14 Jahre alte Antonia und Alissa (3) sind dabei. Sie gehören zu den sechs bis zehn Kindern, die gleichzeitig auf der K4 in Cottbus betreut werden. "Von dem Geld werden wir unter anderem Hometrainer für die Isolierzimmer anschaffen, damit die Kinder Bewegung haben, wenn sie während der hoch dosierten Chemotherapie das Zimmer nicht verlassen dürfen", so Dr. Elisabeth Holfeld. Die leichte sportliche Betätigung helfe den Kindern, die schwierige Phase der Therapie besser zu bewältigen. Sie lenke sie ab, unterstütze die Muskulatur und senke auch die Gefahr, durch stetiges Liegen eine Lungenentzündung zu bekommen. "Das Geld ermöglicht uns außerdem, bei Bedarf flexibel reagieren zu können", erklärt die Ärztin weiter. So könne Lernspielzeug für die Kleinen angeschafft werden, aber auch Videos, Spiele und Informationsmaterialien. All das helfe dabei, den schwer erkrankten Kindern zwischen null und 18 Jahren "das kleine bisschen Mehr" angedeihen zu lassen, als die von den Krankenkassen finanzierte kostenaufwendige medizinische und therapeutische Behandlung ohnehin vorsieht.

Stolz darauf ist auch Christian Schroschk. Bei der dritten Auflage von "Mosh gegen Krebs" mit mehr 300 zahlenden Gästen habe es eine enorm hohe Spendenbereitschaft gegeben. Zusätzlich haben viele kostenlos spielenden Bands auch noch ihr vorher vereinbartes Spritgeld in die Spendenbox gesteckt und die Hälfte der Erlöse ihrer Fanartikelverkäufe. Die Punkrock-Hardcore-Band "Ausschreitung" aus Lauchhammer versteigerte sogar ein Wohnzimmerkonzert.

Zum Thema:
Der Sedlitzer Jugendklub will auch zum vierten Mal "Mosh gegen Krebs" auf die Beine stellen. Geplant ist das Festival zu Pfingsten 2016. Das positive Echo der Mitwirkenden und Gäste hat die ehrenamtlichen Organisatoren bestärkt, diesmal kein Jahr Pause - wie 2014 - einzulegen. Interessenten und Unterstützer können sich melden unter sponsoring@moshgegenkrebs.de