| 02:34 Uhr

Haft für Lausitzer Prügel-Eltern

Die Staastanwaltschaft Görlitz veröffentlicht neue Erkenntnisse im Verfahren gegen den Beschuldigten S.
Die Staastanwaltschaft Görlitz veröffentlicht neue Erkenntnisse im Verfahren gegen den Beschuldigten S. FOTO: creationc
Senftenberg. Für die Misshandlungen insbesondere ihrer ältesten Tochter ist ein Elternpaar aus einem Dorf bei Calau vom Schöffengericht Senftenberg zu Freiheitsstrafen verurteilt worden. Dagegen haben die Anwälte Berufung eingelegt. Manfred Feller

Nach der Geburt des jüngsten von zwei Brüdern im Jahr 1999 haben zwei Schwestern einer Familie aus dem Raum Calau (Oberspreewald-Lausitz) nach Überzeugung des Gerichtes Höllenjahre durchlitten. Dies treffe insbesondere auf die Ältere, heute 24-Jährige, zu. Im Alter von acht bis zwölf Jahren sei sie übermäßig stark vor und nach der Schule zu Hausarbeiten gezwungen und für vermeintliche Unkorrektheiten immer wieder vor allem von ihrer Mutter geschlagen worden. Auch mit Gegenständen und bis zur Bewusstlosigkeit, was die Angeklagte abstreitet.

In Todesangst habe das Mädchen 2004 Hilfe bei den Großeltern gesucht und wurde schließlich in die Kinderschutzstelle nach Lauchhammer gebracht. Im Krankenhaus wurde die Schülerin daraufhin von Fachärzten untersucht. Die Aussagen des Mädchens stimmten mit den jeweiligen älteren und jüngeren Verletzungen am ganzen Körper überein, so ein Arzt als Zeuge.

Die Staatsanwaltschaft kritisiert, dass seinerzeit weder das informierte Jugendamt noch der Familienrichter die Strafverfolgungsbehörden eingeschaltet hätten. Der Fall kam erst ins Rollen, als die junge Frau im Erwachsenenalter selbst die Initiative ergriff. Vor Gericht trat sie als Nebenklägerin auf und sagte gegen ihre Eltern aus.

Die Mutter, eine Hausfrau, wird zu drei Jahren und zwei Monaten und der Vater, ein Bauarbeiter, zu zwei Jahren und zwei Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Staatsanwaltschaft und Verteidiger haben inzwischen Berufung eingelegt.