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Habe im Hochwassergebiet verliert an Wert

Ruhland. Die Häuser und Grundstücke im kartierten Überschwemmungsgebiet an der Schwarzen Elster werden entwertet. Bei Aus- oder Umbauarbeiten redet die Wasserbehörde bald mit. trt

Doch auch Hoffnung naht.

Die geplanten Überschwemmungsgebiete entlang der Schwarzen Elster sind weniger dramatisch als befürchtet. Das sagt Kurt Augustin, Abteilungsleiter für Wasser und Boden im Brandenburger Umweltministerium. Die Grundeigentümer profitierten auch von der geplanten Vorsorge gegen Hochwasser, beispielsweise die Erneuerung von Deichen. Und die Möglichkeit bestehe, dass ein Teil der Flächen aus der Überschwemmungskarte auch wieder entlassen werde.

Klarheit bis zum Sommer

Das letzte Wort dazu ist ohnehin noch längst nicht gesprochen, merkt Augustin während einer Einwohnerversammlung am Dienstagabend in Ruhland an. Der Zeitpunkt freilich sei derzeit noch unklar. Das Umweltamt habe sich zumindest vorgenommen, die zahlreichen Hinweise und Einsprüche seitens der Bürger zur vorgesehenen Ausweisung bis zum Sommer abzuarbeiten. Eine Größenordnung kann Kurt Augustin nicht nennen. Bürger bemängeln, dass sie bis heute noch nicht einmal einen Eingangsbescheid erhalten haben. Sobald alle Einwände geprüft sind, so Augustin, erfolgt eine öffentliche Bekanntmachung im örtlichen Amts- oder Gemeindeblatt. Damit seien die jeweiligen Überschwemmungsgebiete vom Gesetzgeber festgesetzt. Durch berechtigte fachkundige Hinweise seitens der Bürger können die jetzigen Grenzen noch geändert werden. Ohnehin strebe das Land an, die potenziellen Überschwemmungsgebiete an der Schwarzen Elster möglichst zu minimieren.

So sicher wie das Amen in der Kirche sei, dass die betroffenen Grundstücke an Wert verlören. Wer seine Fläche veräußere, sei dazu angehalten, den Käufer auf die Lage im Überschwemmungsgebiet hinzuweisen. Grundsätzlich genössen die jetzigen Bauwerke Bestandsschutz. Niemand müsse fürchten, dass sein Haus abgerissen werde. Auch Aus- und Umbauarbeiten seien weiterhin möglich. Allerdings werde in dem Fall ein Besuch bei der Wasserbehörde des Kreises unumgänglich. Diese entscheide künftig, was zulässig sei. Für Arbeiten, die dem Hochwasserschutz entgegen stünden, könnten Baugenehmigungen versagt werden. Wer Eigentümer einer Wiese oder von Grünland sei, dürfe beide nicht in Ackerland umwandeln. Eine Entschädigung der betroffenen Grundeigentümer ist laut Augustin ausgeschlossen. Schließlich werde niemand enteignet.

Versicherung wird geprüft

Fakt sei aber, dass Versicherer derartige Grundstücke häufig nur zu erhöhten Prämien versicherten. Wenn überhaupt. Derzeit werde für solche Fälle eine Zwangsversicherung geprüft. Für das Land Brandenburg besitze in der Hochwasserfrage der Schutz von Siedlungen oberste Priorität. Das gelte, so sagt Frank Trosien vom Landesumweltamt, jedoch nicht für Äcker und Wälder. "Allerdings müssen wir dafür sorgen, dass das überschüssige Wasser zügig von diesen Land- und Forstwirtschaftsflächen abfließt, um Schäden zu verhindern oder gering zu halten", erklärt er. Dafür müssten viele Gräben in Ordnung gebracht werden. Investitionsstau räumt Trosien ein.