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GWG erweitert Wohnungsangebot für an Demenzkranke

Jutta Dohmel (64), Ursula Buschmann (79) und Ruth Kuring (84) wohnen schon länger in einer der Wohngruppen der GWG.
Jutta Dohmel (64), Ursula Buschmann (79) und Ruth Kuring (84) wohnen schon länger in einer der Wohngruppen der GWG. FOTO: M. Sattler/sam1
Lauchhammer. Stark gefragt ist in Lauchhammer das Angebot der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft (GWG) für an Demenz erkrankte Menschen. Im Jahr 2013 baute die Genossenschaft einen Aufgang eines Mehrparteienhauses an der Ernst-Toller-Straße zu einem seniorengerechten Aufgang um. sam1 red/dh

Auf drei Etagen werden pro Wohngruppe vier demenzkranke Menschen vom Pflegedienst "Gesellschaft für Pflegedienste" betreut. Jeder Bewohner hat einen 14 bis 17 Quadratmeter großen Raum. Bad, Küche und Wohnzimmer nutzen alle gemeinsam.

"Die Nachfrage ist enorm. Deshalb haben wir uns entschlossen, einen zweiten Eingang ebenfalls wohngruppenmäßig umzubauen", informiert Jörg Gärtner, geschäftsführender Vorstand der Genossenschaft. Im Jahr 2015 begannen dafür die Planungen. Die einstigen Vier-Raum-Wohnungen wurden neu aufgeteilt. Seit März laufen die Bauarbeiten. "Das Besondere an diesem Umbau ist, dass es kein Treppenhaus mehr geben wird. An dessen Stelle gibt es Gemeinschaftsräume", erklärt Jörg Gärtner. Für die Bauleute musste daher vor dem Block ein aus Gerüstteilen errichteter Treppenaufgang entstehen. "Den eigentlichen Eingang teilen sich nun zwei Mietparteien in den beiden behindertengerechten Wohneinheiten im Erdgeschoss", so Gärtner weiter.

In den Etagen zwei bis vier entstehen Zimmer für insgesamt zwölf weitere demenzkranke Menschen. Der Zugang zu den neuen Zimmern erfolgt über die schon bestehenden Wohngruppen.

Die neuen Mieter können in ihre 25 Quadratmeter großen Zimmer individuell einrichten und müssen dabei nicht auf das Internet verzichten. Alle Wohneinheiten verfügen über Fußbodenheizung und rollstuhlgerechte Türen. Während in den Etagen eins bis drei noch gearbeitet wird, ziehen derzeit schon neue Mieter in der obersten Etage ein.

"Es kommen immer wieder Angehörige, die sich die neuen Räume anschauen wollen. Heute habe ich schon vier neue Mietverträge geschrieben", freut sich Jörg Gärtner über die überaus positive Resonanz seines Projektes.

Dieses stellt eine alternative Form zu einem Pflegeheim dar. Die Bewohner sind weitestgehend selbstständig in ihren Entscheidungen. Gegenüber dem Pflegedienst und dem Vermieter werden sie von einer Auftraggebergemeinschaft vertreten. Sie ist ein Zusammenschluss der Mitglieder der Wohngemeinschaft beziehungsweise deren gesetzlicher Vertreter. "Um die Pflege ordnungsgemäß durchführen zu können, haben wir zwölf neue Mitarbeiter inklusive einer Pflegefachkraft eingestellt", sagt Doreen Richter von der Gesellschaft für Seniorendienste Berlin/Brandenburg. Diese ist eine gemeinnützige GmbH im Verbund Evangelisches Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin, das in Lauchhammer das "Mückenberger Ländchen" betreibt.

Die Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts an der Ernst-Toller-Straße ist für November vorgesehen. Hat der erste Abschnitt rund eine Million Euro gekostet, ist für den zweiten eine Summe im sechsstelligen Bereich vorgesehen, so Jörg Gärtner.

Zum Thema:
Die Kommunale Wohnungsgesellschaft mbH Senftenberg (KWG) beteiligt sich an der Woche der Gesundheit und Pflege des Landkreises mit einer Info-Veranstaltung am Mittwoch, 12. Oktober, in Schipkau. Wie sie ankündigt, wird sie von 10 bis 12 Uhr in der Ros-Luxemburg-Straße 11 eine behindertengerechte Zwei-Raum-Wohnung vorstellen. Für diese gibt es unter anderem einen Reinigungs- und Hauswartservice. Die KWG berät zu ihren Angeboten an allen ihren Standorten in Senftenberg, Großräschen, Schipkau, Schwarzheide und Ortrand. Auch die Johanniter werden ihre Leistungsangebote vorstellen. red/dh