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| 01:02 Uhr

Gutshof Wormlage wird umgestaltet

Wormlage.. Auch wenn das Schloss schon lange nicht mehr steht – das ehemalige Areal mit Park und Gutshofgelände bleibt der gefühlte Mittelpunkt von Wormlage. Seit Jahren wird im Dorf darüber debattiert, was damit geschehen soll. Seit der Bürgerversammlung am Dienstagabend in Kunth’s Dorfschänke ist die Richtung klar. Von den drei vorgestellten Gestaltungsentwürfen A, B und C deckte sich B mit den Erwartungen der anwesenden Einwohner am offensichtlichsten. Auf dieser Grundlage soll nun weiter geplant werden. Von Annette Siemer

Die Stadtverwaltung Großräschen ist die Gestaltungsfrage interaktiv angegangen. Bevor die drei Varianten vorgestellt wurden, hatte Rainer Düvell von der Agentur für Architektur und Kunst organge-farbene Kärtchen verteilt, auf denen die Anwesenden das aufschreiben sollten, was sie sich für ihren Gutshof wünschten. Erst danach präsentierte Düvell wertneutral die eingegangenen Entwurfsvarianten.
Die Planer hatten folgende Rahmenbedingungen zu berücksichtigen: Der alte Speicher wird zurückgebaut, wobei eine Speicherfassade in Höhe von 2,50 Meter als Schmuckelement erhalten bleibt. Ebenfalls abgerissen wird der alte Jugendclub, die Jugendlichen ziehen in die ehemalige Kindereinrichtung. Der Volleyballplatz bleibt unangetastet, ebenso der Grillplatz. Der alte Pferdestall hingegen wird instandgesetzt, dort entstehen auch Räume für den Dorfverein.
Schnell fokussierte sich das Interesse der Anwohner auf Entwurf B, wobei das Planungsbüro gleich zwei unterschiedliche Varianten geliefert hatte. Entwurf B 1 ist mit „Terrasse voller Leben“ überschrieben. Sie bietet den Rahmen für Eigeninitiative und Aktivitäten der Bewohner. Zentraler Treffpunkt ist dabei eine Terrasse, die an die Speicherfassade anschließt und teils mit einer Pergola überdacht ist - ein Ort der Begegnung, zum Verweilen, Kaffee trinken, Konzerten lauschen . . .
Entwurf B 2 trägt den Titel „Morgens Volkstheater, abends Autokino“ . Zusätzlich zur Terrasse schlagen die Planer auf der Grünfläche, wo das Volleyballfall liegt, eine kreisförmig angelegte Bühne vor, auf der Aktionen wie Theater, Kinderfeste, Fasching, Tanz oder Nachtdisko stattfinden könnten. Und abends Autokino. Im Unterschied zur Variante B 1 steht hier der öffentliche Charakter mehr im Vordergrund, setzt dieser Vorschlag verstärkt auf Gäste, die von außerhalb nach Wormlage kommen. Soviel Trubel scheint im Dorf jedoch nicht erwünscht. Wo bleibt die ländliche Idylle?, lautete denn auch einer der Einwände. Andererseits kam zum Ausdruck, dass der Jugendclub mit seinen publikumsträchtigen Veranstaltungen - mit der Inszenierung von Cats hat er zweimal das Amphitheater am Senftenberger See gefüllt - sich durchaus vorstellen könnte, auch eine kleine Bühne auf dem Gutshofareal zu bespielen. Ein anderer Einwohner betonte, dass im Sommer eine einfache gastronomische Lösung im Park gebraucht würde - auch im Hinblick auf den zunehmenden Radtourismus. Es gebe genug arbeitslose Frauen, die am Wochenende gern Kuchen backen und Kaffee kochen würden. Konsens herrschte am Ende darüber, dass Variante B Grundlage für die weitere Detailplanung sein soll. Ein weiterer Hinweis betraf die Anbindung des Gutshofareals an den Schlosspark. Hier müsse eine Einheit hergestellt werden, so die Forderung.
Variante A war gar nicht erst diskutiert worden. Ein Baumhain oder ein blühender Hof an der Schmuckmauer und davor eine große Freifläche, bot den Bewohnern zu wenig Nutzungsmöglickeiten. Interessant, aber aus Sicht der Gemeinde kaum umsetzbar, hingegen Variante C, die einen „Vogelpark Wormlage“ vorsieht. Hier sollten Vogelpark und Tiergehege das Gutshofgelände zu einem Besuchermagneten zwischen der Förderbrücke F 60 und dem neuen Ilse-Park werden lassen. Finanziell und von der Unterhaltung her zu aufwendig, lautete das Urteil.
Die bei der Bürgerversammlung gewonnenen Erkenntnisse will Bürgermeister Thomas Zenker gleich aufgreifen. So soll die Terrassen-Idee beim Abriss des Speichers - der Fördermittelbescheid liegt vor - schon berücksichtigt werden. Für die Gutshofumgestaltung sind rund 150 000 Euro veranschlagt. Das Projekt fällt in die Dorferneuerung.