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| 14:34 Uhr

Guteborner schöpfen neue Hoffnung
Guteborner sind entschlossen für die Aktion „Quelle“

Blick auf den fast zugewachsenen Guten Born, wenige Hundert Meter hinter dem Kindergarten.
Blick auf den fast zugewachsenen Guten Born, wenige Hundert Meter hinter dem Kindergarten. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Guteborn. Verein will den Guten Born zu einem Kleinod gestalten. Das Nass war schon als Heilwasser im Gespräch. Von Torsten Richter-Zippack

Für Ortsfremde ist er kaum zu finden, der nur ein paar Meter breite Quellteich hinter dem Kindergarten, der dem Dorf Guteborn seinen Namen gegeben hat. Allerdings bietet das Gewässer seit Jahren ein trauriges Bild. Es gibt kaum noch einen Wasseraustausch mit der Umgebung, zudem wird das Ufer von völlig ungepflegten Rhododendren komplett zugewuchert. Nicht zuletzt sind die vorhandenen Sitzbänke und der hölzerne Steg im Zerfallen begriffen.

Jetzt schöpfen die Guteborner neue Hoffnung, um das Ensemble wieder in ein Kleinod zurück zu verwandeln. Denn erst vor wenigen Wochen hat am Guten Born eine Begehung stattgefunden, informiert Klaus Gruszczynski vom Verein Quellengemeinschaft Guteborn.

Das könnte der Durchbruch sein. Denn erstmals hat ein Vertreter der Waldeigentümer signalisiert, dass Maßnahmen in Hinsicht auf Sanierung und Pflege der Quelle als auch im angrenzenden Schlosspark toleriert würden, sofern diese nicht auf reine Holzungen oder grundlegende bauliche Veränderungen hinausliefen. Bislang hatte kein Weg in Arbeiten an der Quelle hineingeführt.

„Der Vorstand der Quellengemeinschaft ist aufgrund des neuen Sachstandes bereit, die möglichen und notwendigen Maßnahmen zur Verbesserung der Quelle und des Umfeldes mitzutragen und die ganze Aktion zu unterstützen. Wir können uns vorstellen, dass es eine Aktion ,Quelle‘, ähnlich wie die Maßnahme ,Friedhofsmauer‘ geben könnte“, erklärt Klaus Gruszczynski. Anfang 2016 hatten sich rund 80 Einwohner zusammengetan, um das vom Einsturz bedrohte historische Gemäuer zu sanieren. Das Amt Ruhland wollte dort ursprünglich einen Stabmattenzaun aufstellen, was den Zorn der Guteborner hervorrief.

Allerdings liege die Verantwortung für das Quellen-Vorhaben in jedem Fall beim Eigentümer des Guten Borns, der Gemeinde Guteborn. Noch vor dem Beginn der Arbeiten sollte, so empfiehlt Gruszczynski, eine entsprechende Vereinbarung mit den Waldbesitzern getroffen werden. „Wir werden in der Tat ein solches Schreiben aufsetzen“, stellt Bürgermeister Detlef Ritter in Aussicht. Er sei sehr froh, dass nach vielen Jahren Stagnation die ortsnamensgebende Quelle im neuen Glanz erstrahlen könnte. Was die Rhododendren anbetrifft, will Ritter Vorsicht walten lassen. „Da müssen wir uns fachliche Beratung organisieren.“ Wann das Vorhaben starten soll, sei derzeit noch offen.

In früherer Zeit, so hat Klaus Gruszczynski recherchiert, war der Gute Born mit seinem Durchmesser von rund zehn Metern ein stets gut gefüllter Quellteich, dessen Abfluss zum nicht weit entfernt gelegenen Schlossteich führte. „Auf dem Weg dorthin gab es eine Kalkstation, die den pH-Wert des Wassers regulieren konnte. Und die Wasserqualität war ausgesprochen gut“, sagt der Heimathistoriker.

Nach Angaben des Ortrander Heimatforschers Reinhard Kißro kam vor über 100 Jahren vonseiten der im Guteborner Schloss residierenden Herrschaft von Schönburg-Waldenburg sogar die Idee auf, das Guteborner Nass vom benachbarten Kühlen Born am Eingang des 55 Hektar großen Landschaftsparks als Heilwasser zu vermarkten. Letztendlich wurde daraus aber nichts.