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Guteborner pflegen den Schlossteich und angeln

Der Guteborner Angler-Jugendwart Rainer Simond (66) lässt sich vom Regen ebenso wenig beeindrucken, wie die anderen Vereinsmitglieder rund um den Schlossteich.
Der Guteborner Angler-Jugendwart Rainer Simond (66) lässt sich vom Regen ebenso wenig beeindrucken, wie die anderen Vereinsmitglieder rund um den Schlossteich. FOTO: Sattler/sam1
Guteborn. So muss es sein. Zunächst hatten sich am Sonnabendvormittag die Mitglieder des Guteborner Vereins Angel und Freizeit 1985 zum Großreinemachen am Schlossteich eingefunden. Am Nachmittag wurden Raubfische geangelt. Mirko Sattler / sam1

Ausgetragen wurde am Sonnabendnachmittag vom Guteborner Verein Angel und Freizeit der nunmehr 10. Raubfischpokal ein. "Diesen Pokalwettbewerb gab es schon zu DDR-Zeiten. Nach einer Pause findet er wieder regelmäßig und jetzt bereits zum 10. Mal statt", weiß Jugendwart Rainer Simond.

Immer, wenn die Raubfische besonders gut beißen, und das ist meistens im Herbst, wird das Pokalangeln vereinsintern ausgetragen. "Besonders auf Hecht, Zander und Barsch haben wir es abgesehen. Für Beifang wie Forelle oder Döbel gibt es Zusatzpunkte", erzählt der Guteborner Rainer Simond weiter. Alle acht Teilnehmer des diesjährigen Raubfischpokals verteilen sich gleichmäßig um den zwei Hektar großen Schlossteich in Guteborn. In regelmäßigen Abständen wechseln sie im Uhrzeigersinn ihren Platz. Nach insgesamt drei Stunden ist der Wettbewerb vorbei.

Geangelt wurde mit sogenannten Raubfischkunstködern. Durch die Routenbewegung des Anglers bewegen sich die Köder im Wasser und simulieren einen kleinen Fisch, der wiederum den Raubfisch anlockt.

Alle gefangenen Raubfische werden am Ende aneinandergelegt und so die Gesamtzentimeter ermittelt. "Ich angle, um mich etwas vom Job zu erholen. Für mich ist es einfach nur ein Ausgleich. Manchmal sitze ich dann nach der Arbeit bis 23 Uhr am Teich. Die Fangquote ist für mich nicht so wichtig", sagt Martin Jahn. Entsprechend sieht dann auch das Ergebnis aus. Der 29-Jährige aus Lipsa hat nach eigener Aussage in den vergangenen drei Jahren nur drei Fische gefangen.

Im vorigen Jahr hatte Gewässerwart André Dommaschk ebenfalls kein Glück. "Ich habe nur einen 30 Gramm leichten Barsch herausgeholt", erzählt der 38-Jährige schmunzelnd.

Dieses Jahr sei der Pokalwettbewerb zeitlich nach hinten geschoben worden. Bei dem erst im Sommer ausgetragenen vereinsinternen Prinzenpokal geht es eher um das Gesamtgewicht aller gefangenen Fische. "Ich hatte in einem Vereinsheim eines Angelvereines bei Stuttgart einmal eine sogenannte Königskette gesehen. Die Idee eines solchen Pokales habe ich mit in die Lausitz gebracht. Hier haben wir es in den Prinzenpokal, in Anlehnung an den ehemaligen Prinzen von Guteborn, umbenannt", sagt Rainer Simond am Rande des Raubfischpokales.

Dieser Prinzenpokal, ähnlich einer Bürgermeister-Amtskette, ist noch beliebter als der Raubfischpokal. Jeder Sieger wird auf der Kette verewigt.

Der zwei Hektar große Schlossteich ist kein Gewässer des deutschen Anglerverbandes. Daher erhalten die Guteborner auch keine Unterstützung. Es dürfen nur Vereinsmitglieder angeln. Neben den bekannten Raubfischen ist in dem Gewässer eine bunte Palette an Friedfischen zu Hause. Herausgeholt werden zum Beispiel Karpfen, Schleie, und Aale. Die Fische, so heißt es, fühlen sich in dem Guteborner Schlossteich wohl und vermehren sich. Wie fast jeder Verein, so suchen auch die Angler jederzeit Nachwuchs. Derzeit zählt der Verein 42 Mitglieder.