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| 16:25 Uhr

Feuerwehr
Das Millionending ist eingeweiht

 Die Guteborner Feuerwehr ist stolz auf ihr neues Gerätehaus. Für den Umzug haben die Kameraden laut Ortswehrführer Felix Nicklich bis in die Nächte malocht.
Die Guteborner Feuerwehr ist stolz auf ihr neues Gerätehaus. Für den Umzug haben die Kameraden laut Ortswehrführer Felix Nicklich bis in die Nächte malocht. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Guteborn. Das neue Gerätehaus der Guteborner Feuerwehr ist eingeweiht worden. Die Baukosten sind wesentlich höher als ursprünglich angenommen. Es werfen jedoch bereits die nächsten Feuerwehr-Investitionen ihre Schatten voraus. Von Torsten Richter-Zippack

Holprig hat das Projekt begonnen, jetzt dürften alle zufrieden sein: Am Donnerstag ist das neue Gerätehaus der Guteborner Feuerwehr an der Buswendeschleife in der Weinbergstraße offiziell eingeweiht worden.

Holprig deshalb, weil anfangs längst nicht alle Protagonisten vom Sinn dieser Maßnahme überzeugt waren. Und holprig ebenso, weil die Gesamtsumme wesentlich höher wurde als ursprünglich angenommen.

Neues Guteborner Feuerwehr-Gerätehaus kostet 1,1 Millionen

„Wir haben zwar noch nicht die Abschlussrechnung in der Hand. Aber es ist davon auszugehen, dass das neue Gerätehaus mit einer bis 1,1 Millionen Euro zu Buche schlagen wird“, rechnet der amtierende Amtsdirektor Christian Konzack vor.

Das Brandenburger Innenministerium steuert rund 337 000 Euro bei, den großen Rest muss das Amt Ruhland schultern. „Wir geraten dadurch zwar nicht in die roten Zahlen, müssen aber bei anderen Investitionen Abstriche machen“, erklärt Konzack.

Ursprünglich hatte die Verwaltung die Kosten grob auf lediglich eine halbe Million Euro geschätzt, nach konkretisierten Planungen auf 600 000 Euro.

„Insbesondere die Ergebnisse der Ausschreibungen lagen weit über den Schätzungen“, sagt Christian Konzack. Darüber hinaus musste für das Gebäude eine tiefere Gründung hergestellt werden. Es ruht wegen des Baugrundes nunmehr auf acht tragenden Säulen.

Brandenburgs Innneminister Karl-Heinz Schröter (SPD) bezeichnet die Entscheidung der Verwaltung, das Projekt dennoch durchzuziehen, als klug. Ohnehin täten die Kommunalpolitiker der Region alles, um alle erforderlichen Mittel und Möglichkeiten ihren Wehren zukommen zu lassen. „Ich bin stolz auf euch“, betont Schröter.

Guteborn erhält als letzte Gemeinde neue Feuerwehr-Immobilie

Die Immobilie, die innerhalb eines Jahres errichtet wurde, bietet Platz für zwei Fahrzeuge, mehrere Sanitärtrakte, eine Küche, einen Schulungsraum sowie für zwei Büros. Im alten Gebäude, der ehemaligen Schlossbrauerei, entsprechen die Bedingungen nicht mehr dem Stand der Zeit.

Guteborn hat nun als letzte Gemeinde im Amt Ruhland eine neue Feuerwehr-Immobilie erhalten. „Sie besitzt einen weiteren unschlagbaren Vorteil“, erklärt Ortswehrführer Felix Nicklich: „Von den zwölf Orten im Amt erreichen wir zehn auf direktem Weg. Die dadurch eingesparten Minuten können im Notfall kriegsentscheidend sein.“

Im laufenden Jahr kamen die Guteborner bereits auf vier Einsätze, im vergangenen Jahr waren es insgesamt 15. Einer der größten war dabei der Waldbrand in Richtung Hohenbocka im Spätsommer.

„Manche Kameraden waren bis 2 Uhr nachts im Einsatz. Und morgens gegen 6 Uhr standen sie bereits beim Bäcker, weil ihre Kinder Schulanfang hatten“, erzählt Nicklich.

Guteborner Feuerwehr zählt 41 Kameraden

Aktuell zählt die Guteborner Feuerwehr 41 Kameraden, davon 15 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr. Für den Nachwuchs hat Innenminister Schröter gleich noch acht, aus Lottomitteln finanzierte Pavillons mitgebracht.

Jede der acht Jugendwehren im Amt erhält eine solche Vorrichtung. Die zeltähnlichen Unterstände werden unter anderem für die Ausbildung, zum Zelten und für den Feuerwehrsport genutzt.

Was mit dem alten Guteborner Feuerwehrhaus passiert, ist nach Angaben von Bürgermeister Detlef Ritter noch nicht entschieden. Zumindest ist die Immobilie bereits zu Jahresbeginn an die Gemeinde zurückgefallen.

„Denkbar wäre die Nutzung als Versammlungsraum“, benennt Ritter eine Möglichkeit. Denn demnächst könnten die Guteborner ihren jetzigen Versammlungsraum nicht mehr nutzen. Grund: „Unser Haus der Begegnung dient im Rahmen der Kita-Erweiterung künftig als Hort“, erklärt der Bürgermeister. „Wir vollziehen, wenn man so will, einen Ringtausch.“

Weitere Feuerwehr-Investitionen in Guteborn geplant

Indes werfen die nächsten Feuerwehr-Investitionen des Amtes Ruhland ihre Schatten voraus. „Wir vollenden jetzt die Umstellung unser Pressluft-Atemgeräte“, sagt Christian Konzack.

Darüber hinaus sollen neue Fahrzeuge angeschafft werden. „Dazu sind wir aber auf Fördermittel angewiesen“, stellt der amtierende Amtsdirektor klar. Allein ein Tanklöschfahrzeug koste mal locker 360 000 Euro.