"Andreas, hängt der Kasten jetzt gerade?", fragt Mario Paul seinen Mitstreiter. "Ein Stückchen noch nach links. Stopp. Jetzt müsste es passen", lautet die Antwort wenige Sekunden später. Andreas Nicklich und Mario Paul sind mit dem Aufbau eines neuen Entenkastens auf der kleinen Insel im Guteborner Schlossteich beschäftigt. Eigentlich handelt es sich schon fast um eine "Wohnung" für das Wassergeflügel. Inmitten eines alten Kiefernstammes befindet sich eine größere Öffnung. Durch diese geht es in eine für Enten recht platzkomfortable Unterkunft. "Wir wollen damit Schellenten zum Brüten animieren", erklärt Andreas Nicklich, der hauptberuflich bei einem Cottbuser Wasserversorger als Kraftfahrer arbeitet. Diese Art benötige, im Gegensatz zu Stockenten, Höhlen, um Nachwuchs aufzuziehen.

Familiäres Miteinander

Ursprünglich befand sich die Vogelwohnung auf der Landseite des Schlossteiches. "Allerdings hat der Waschbär im vergangenen Jahr das Gelege zerstört", erinnert sich Mario Thomas. Der 28-jährige Lauchhammeraner, der aus Guteborn stammt, hofft, dass sich dieses Schicksal am neuen Standort inmitten des Gewässers nicht wiederholt. Zur Sicherheit wurde der Pfahl, auf dem sich der Vogelkasten befindet, mit Metallstreben ausgestattet, die ein Hochklettern unerwünschter Gäste verhindern sollen.

Auch an Land wird fleißig gewerkelt. Hubertus Nicklich, der Bruder von Andreas, ist gerade mit Laubharken beschäftigt. Er hat gut zu tun, schließlich haben die über 100-jährigen Eichen am Teichufer im vergangenen Herbst ganze Arbeit geleistet. Nicklich ist bereits seit dem Jahr 1996 Mitglied im Guteborner Angelverein. Er schätzt die familiäre Atmosphäre, und das jeder jedem hilft.

Sorgenvoll wandert sein Blick über das Wasser. "In den Teich müssten einige Euro investiert werden. Schließlich befindet sich auf dem Grund eine dicke Schlammschicht." Als vor zwei Jahren das Gewässer abgelassen wurde, habe der schwarze Schlick eine Mächtigkeit von 1,40 Meter besessen. "Dafür ist in erster Linie das Eichenlaub verantwortlich", kennt Hubertus Nicklich die Ursache.

Insgesamt bewirtschaften die Guteborner Angler am Schlossteich eine vom Amt Ruhland gepachtete Fläche von rund vier Hektar. Davon ist die Hälfte Wasser. Erst kürzlich wurde laut Vereinschef Jörg Böhme der Pachtvertrag bis zum Jahr 2036 verlängert. "Wir besitzen also langfristige Planungssicherheit", kommentiert er. Schließlich hätten die Vereinsmitglieder jede Menge vor. Sie wollen beispielsweise weiterhin das alljährliche Fischerfest über Pfingsten feiern. In diesem Jahr gibt es bereits die 19. Auflage. Dazu habe sich erstmals eine bayerische Kapelle mit 40 Spielleuten angekündigt.

Natürlich komme auch dem Angeln eine wesentliche Bedeutung zu.

Alle bedeutenden Fischarten wie Forellen und Karpfen seien im Schlossteich vertreten. Hinzu kämen verschiedene Räuber, etwa Hechte und Zander. Auch Jörg Böhme bereiten die mächtigen Eichen am Teichufer Sorgen. "Es wäre nicht schlecht, wenn die nicht mehr ganz so vitalen Bäume durch junge Gehölze ersetzt würden", schlägt er vor. Da habe aber die Naturschutzbehörde des OSL-Kreises ein Wörtchen mitzureden.

Unter Wasser mähen

Rainer Simond und Frank Kaluza steht das Wasser noch nicht bis zum Hals, dafür aber bereits bis zum Bauch. In einem Hälterbecken, das der Fischaufzucht dient, mähen sie unter der Wasseroberfläche per Sense das Schilf ab. Das Grünzeug wird anschließend kompostiert. Die Arbeit bereitet den beiden Männern trotz ihrer Schwere sichtliche Freude. "Es ist schließlich für unseren Verein und nicht zuletzt für das Guteborner Dorfbild. Dafür tun wir es gern", begründet Rainer Simond seine Motivation.