Von Anfang an begleitete er bis zu seinem viel zu frühen Tode 1971 auf verschiedene Art und Weise die Entwicklung des Theaters der Bergarbeiter und später die Neue Bühne Senftenberg.
Die Gründung begrüßte er. Doch schon Ende der 40er-Jahre kritisierte er den viel zu umfangreichen Spielplan und forderte eine Herabsetzung der Anzahl gespielter Stücke zu Gunsten wachsenden künstlerischen Anspruches. Er war sich von Anfang an einig mit dem späteren Intendanten und langjährigen Freund Günther Lange, welcher mit der Übernahme der Intendantenschaft 1950 großen Wert auf das ästhetische Ergebnis, nicht auf die Zahl gespielter Stücke legte.
Außerdem wurden junge, in der Regel besonders talentierte Künstler dieses Genres forciert. So konnte 1952 erstmals Horst Schönemann für die Inszenierung „Don Gil von den grünen Hosen“ verpflichtet werden. Das Plakat dazu schuf Günther Wendt. 1953 kamen Armin Stolper und 1954 Horst Schönemann, der eine als Chefdramaturg, der andere als Oberspielleiter Schauspiel, an die Neue Bühne. Der damals so gewünschte künstlerische Aufschwung wurde nun in einer Form Wirklichkeit, die sich so kaum einer erträumt hatte. Günther Wendt war immer dabei. Er schuf damals so manches Plakat, porträtierte immer wieder junge Künstler, welche bei ihm im Haus ein- und ausgingen, denen er zum väterlichen Freund, dessen Haus und Atelier ihnen zum Refugium wurde.
Ein anderer Höhepunkt für Wendt und „sein“ Theater war die Übernahme der Ausstattung für die Shakespeare-Inszenierung „Der Widerspenstigen Zähmung“ von Klaus Gendries. Hier bediente er sich bewusst der illusionistischen Form, das heißt, alles war nur auf Stoff aufgemalt, vom Bühnenbild bis zum Kos tüm. „Eine großartige und gewagte Form bildkünstlerischen Schaffens, welche alle überzeugte und die in jener Form hier einmalig blieb“ , erinnert sich noch heute der Regisseur.
Trieb es die so Erfolgreichen bald an größere Häuser, vergaßen sie niemals ihren Freund und Begleiter in Senftenberger Zeiten, Günther Wendt. Heute schreibt Armin Stolper, zu Zeiten der DDR einer der erfolgreichsten Chefdramaturgen und Gegenwartsdramatiker, rückblickend auf den Menschen und Künstler: „Er war ein die Natur brauchender und Kunst meisternder Mensch. Er tat Blicke in die Vergangenheit, um daraus für die Gegenwart und Zukunft zu lernen und andere zu lehren. Er war tolerant gegenüber anderer Leute Ansichten. Ein Held war er nicht, aber Brechts Maxime, alle Künste sollen zur Lebenskunst beitragen, mochte auch die seine gewesen sein.“