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| 16:42 Uhr

Grünewalde
Grünewalde hat jetzt eigenes Heimatmuseum

Hier präsentiert Siegfried Thomas im Heimatmuseum eine gläserne Nuckel­flasche. Diese überlebe sogar einen Sturz auf den Boden.
Hier präsentiert Siegfried Thomas im Heimatmuseum eine gläserne Nuckel­flasche. Diese überlebe sogar einen Sturz auf den Boden. FOTO: LR / Torsten Richter-Zippack
Grünewalde. Die Sammlung soll 2019 in die ehemalige Europaschule ziehen. Zudem erscheint bald Teil 5 der Ortschronik. Von Torsten Richter-Zippack

Von Torsten Richter-Zippack

Die Grünewalder dürfen ab sofort ein Heimatmuseum ihr Eigen nennen. Dieses lädt in die alte Schule am Dorfteich ein. Zum ersten Mal hat die Einrichtung anlässlich der 600-Jahr-Feier ihre Pforten für die Öffentlichkeit geöffnet. Allerdings ist die Unterkunft im historischen Schulgebäude nur provisorisch, erklärt Dr. Siegfried Thomas, Vorsitzender des örtlichen Heimatvereins, als Protagonist. „Wahrscheinlich im kommenden Jahr wollen wir mit dem Museum in die Räume der Europaschule umziehen. Dort steht uns mehr Platz zur Verfügung.“ Bis dahin könnten viele Exponate nicht gezeigt werden. Sie müssten weiterhin in diversen Kartons schmoren.

Obwohl die Europaschule keine Schüler mehr hat, lebt das Gebäude in der Ortsmitte. Neben der Arztpraxis zieht dort eine Physiotherapie ein. Und voraussichtlich in rund zwölf Monaten das Heimatmuseum. Und die ursprüngliche Heimatstube im alten Spritzenhaus, die es bereits seit 21 Jahren gibt, könnte, so Thomas, möglicherweise Heimstätte der Ortsbibliothek werden.

Indes dürfe das jetzige Heimatmuseum nach Voranmeldung beim Heimatverein besichtigt werden. Zu sehen sind unter anderem verschiedene Exponate aus der Ortsgeschichte, beispielsweise historische Landkarten, Schulutensilien, Nuckelflaschen aus Glas, Schlackesteine und vieles mehr. Die Besucher erfahren darüber hinaus, dass Grünewalde in früherer Zeit zum Amt Großenhayn (heute Großenhain) gehörte. „Also ein Stück sächsische Lausitz“, wie Siegfried Thomas anmerkt. „Wir erzählen die Geschichte des Dorfes, der hier lebenden Menschen, des Bergbaus, der Kirche und vieles mehr.“

Ein Rätsel konnte bislang aber noch nicht gelöst werden. Und zwar, welcher Verein auf einem uralten Foto zu sehen ist. Die Männer tragen Anzüge, Hüte und Fliegen, halten Schirme in den Händen, ebenso Biergläser. Wer eine Idee hat, könne sich gern beim Heimatverein melden.

Darüber hinaus plant Siegfried Thomas die Herausgabe des fünften Bandes der Ortschronik. Darin, so der Heimatforscher, gehe es vor allem um die Land- und Fischereiwirtschaft. Allein 46 Fischteiche habe es einst zwischen Grünewalde und Mückenberg gegeben. Letzter Fischermeister sei ein gewisser Rohne aus Mückenberg (heute Lauchhammer-West) gewesen. Die Broschüre soll spätestens zum Erntefest am 29. September erscheinen.