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| 01:36 Uhr

Grünewalde besitzt eine ausgemauerte Winterlinde

Senftenberg. Nach dem Auftaktbeitrag „Naturdenkmale sind unsere Schätze“ (RUNDSCHAU vom 10. Juli) stellen Mitglieder des Regionalverbandes Senftenberg des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) in loser Folge Naturdenkmale im Süden des Landkreises vor. red

Nabu-Vorstandsmitglied Klaus Uhl macht den Anfang und hat sich dazu in seinem Heimatort Grünewalde umgesehen.

Am 6. Dezember 2007 hat der Kreistag Oberspreewald-Lausitz die Liste der zu erhaltenden Naturdenkmale neu beschlossen. In Grünewalde sind das sieben Bäume an fünf Standorten. Dabei handelt es sich um sechs Eichen und eine Winterlinde. Gekennzeichnet sind sie mit dem kleinen gelben Naturschutzschild mit der Eule und der Aufschrift “Naturdenkmal„.

Die folgenden Bäume stehen in Grünewalde unter Schutz:

Zwei Stieleichen (Quercus robur) im Hof der ehemaligen Gaststätte “Walke„.

Eine Stieleiche an der Ecke Festplatz/Hammerteichstraße. Es ist die stärkste Eiche im Dorf mit einem Stammdurchmesser in Brusthöhe von 140 Zentimetern. Dieser Baum konnte vor mehrfachen “Abholzungsgelüsten„ im Zuge von Straßenbauarbeiten gerettet werden. Man muss nicht immer zur Säge greifen. Mit Verständnis und gutem Willen lässt sich oft ein Kompromiss finden, wie dieses Beispiel zeigt.

Eine weitere Stieleiche steht an der Einfahrt zum Bungalowkomplex.

Zwei Stieleichen befinden sich am Heidemühlenweg 14.

Die Winterlinde (Tilia cordata) kann am Lindenplatz bewundert werden. Es ist ein ausgemauerter Baum, der wieder vital wirkt und beweist, dass auch geschädigte Gehölze noch lange erhalten werden können. Bereits auf einer alten Postkarte von 1932 (Sammlung Günter Erler) ist diese Winterlinde als starker, das Bild des Lindenplatzes prägender Baum zu sehen. Sicher war es die Dorflinde, unter deren Krone sich die Bewohner einst wie heute wieder trafen und Dorffeste feierten.

Da aber alle lebenden Objekte eines Tages vergehen, ist es umso wichtiger, neue Naturdenkmale heranwachsen zu lassen. Das könnten in Grünewalde eine Colorado-Tanne (Abies concolor) und ein Trompetenbaum (Catalpa bignonioides) auf dem Kindergartengelände sein, aber auch die drei Weißtannen (Abies alba) und ganz besonders die Sumpfzypresse (Taxodium distichum) am Dorfteich. Letztere erinnert an längst vergangene Zeiten, denn Sumpfzypressen waren Braunkohlebildner.

Alle diese Bäume wurden vor etwa 30 Jahren von dem Verfasser, der damals Mitglied des Gemeinderates war, besorgt und gepflanzt. Tannen sind im Grünhauser Forst heimisch, durch den Tagebau mit seinem Grundwasserentzug aber weitgehend verschwunden. Anfangs kränkelten die drei echten Tannen wegen der Rauchgase aus dem nahen Heizhaus der ehemaligen alten Schule, entwickelten sich aber nach dessen Stilllegung gut.

Von der unteren Naturschutzbehörde als Betreuerin für die Naturdenkmale (ND Grünewalde Nr. 0207 - 1 bis 0207 - 7) in Grünewalde ist Ingrid Pophal ernannt worden.

Die ausgemauerte Linde auf dem Dorfplatz. Fotos: Ingrid Pophal
Die ausgemauerte Linde auf dem Dorfplatz. Fotos: Ingrid Pophal