| 02:41 Uhr

Grünes Licht für neue Oldtimer-Halle in Calau

Automobil-Experten unter sich: Museumsführer Reiner Schmatloch aus Calau, der Chefentwickler des Wankelmotors Dankwart Eiermann, der Geschäftsführer des Wankelzentrums in der Schweiz, Manfred Konrad und der ehemalige BTU-Präsident Prof. Ernst Sigmund (v. l.).
Automobil-Experten unter sich: Museumsführer Reiner Schmatloch aus Calau, der Chefentwickler des Wankelmotors Dankwart Eiermann, der Geschäftsführer des Wankelzentrums in der Schweiz, Manfred Konrad und der ehemalige BTU-Präsident Prof. Ernst Sigmund (v. l.). FOTO: Gerhard Pieper
Calau. Für den geplanten Hallenneubau hat die "Mobile Welt des Ostens" in Calau noch im alten Jahr die Baugenehmigung erhalten. Die Kapazität soll sich von derzeit 200 auf rund 300 Fahrzeuge erhöhen. Jan Augustin

Gute Nachrichten für Oldtimer-Fans: Für den Hallenneubau habe das Museum nach Querelen, langer Wartezeit und geänderten Planungen nun seine Baugenehmigung erhalten, sagt Rainer Schmatloch von der "Mobilen Welt des Ostens" mit.

Wenn nichts dazwischen kommt, werde im Mai dieses Jahres - und damit etwa ein Jahr später, als ursprünglich geplant - mit dem Bau der rund 70 Meter langen und 20 Meter breiten Halle begonnen. Die Kapazität soll von derzeit rund 200 auf etwa 300 Fahrzeuge erhöht werden. Mehr Zuschauer erwartet Schmatloch durch den Anbau nicht unbedingt. "Dafür wird die Ausstellung komplett", sagt der Calauer Museumsführer.

Für ein seltenes Exponat hat Schmatloch gedanklich schon einen Platz reserviert: Besucher sollen später einen Wankel-Motor eines MZ-Motorrads zu sehen bekommen.

Zum Thema Wankelmotor war es zu einem echten Experten-Treffen der Automobilbranche in Calau gekommen. Schmatloch empfing zum Beispiel mit Dankwart Eiermann den engsten Vertrauten und Chef-Entwickler von Felix Wankel, dem Erfinder des Kreiskolbenmotors. Eiermann war jahrelang maßgeblich an der Entwicklung beteiligt.

Als Gast begrüßte Schmatloch zudem den Geschäftsführer des Wankelzentrums in der Schweiz, Manfred Konrad, und auch den Lübbenauer Gerhard Pieper, der sich seit 1996 mit der "GP innovation GmbH" auf die Produktion von Anlagen konzentriert, die besonders präzise Oberflächen bearbeiten können.

Den Erfahrungsaustausch komplett gemacht hatte der ehemalige Präsident der BTU Cottbus, Prof. Ernst Sigmund. Mit der "Wankel Supertec GmbH" hat sich Geschäftsführer Sigmund in Cottbus auf die Forschung und Entwicklung des Kreiskolbenmotors spezialisiert.

Für den Wankelmotor sehen die Experten durch neue Technologien wieder bessere Einsatzchancen, zum Beispiel als Hilfsmotor für Segelflugzeuge, erklärt Rainer Schmatloch: "Das Treffen war hochinteressant."

Für den Sommer 2014, wenn vielleicht die neue Halle fertiggebaut ist, sei schon ein nächster Termin im Calauer Oldtimermuseum vereinbart worden.

Zum Thema:
Der Wankelmotor ist ein Rotationskolbenmotor, der nach seinem Erfinder Felix Wankel benannt worden ist. Die Verbrennungsenergie wird ohne den Umweg einer Hubbewegung direkt in eine Drehbewegung umgesetzt. Grundsätzlich gibt es zwei Versionen: Der Drehkolben-Wankelmotor, der 1954 entwickelt wurde und der Kreiskolben-Wankelmotor, der 1957 entstand. Im Gegensatz zum Hubkolbenmotor geht die bei der Verbrennung freiwerdende Energie direkt in eine Drehbewegung der Exzenterwelle über.