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Schipkau startet Waldprojekt
Grünes Licht für Gemeindewald

Winterliche Ruhe am Silbersee. Hier will Schipkau im kommenden Jahr mit einem Forstbetrieb starten.
Winterliche Ruhe am Silbersee. Hier will Schipkau im kommenden Jahr mit einem Forstbetrieb starten. FOTO: Martin Konzag/Gemeinde Schipkau
Schipkau. Schipkau startet Aufbau eines kommunalen Waldbetriebes. Ein Rundweg um den Silbersee und Waldpädagogik sind erste Ideen für ein naturnahes Bewirtschaftungkonzept. Von Andrea Budich

Schipkau strebt den Aufbau eines kleinen kommunalen Waldbetriebes an, der wirtschaftlich und zugleich naturnah arbeiten soll. Das haben die Abgeordneten der Großgemeinde in ihrer jüngsten Zusammenkunft vereinbart. Die Bewirtschaftung des insgesamt über 300 Hektar großen kommunalen Waldbestandes soll einem Fachmann übergeben werden. Einer Zusammenarbeit mit dem früheren Oberförster Christoph Mertzig bei der Bewirtschaftung des Gemeindewaldes gaben sie grünes Licht.

„Schipkau kann auf den gemeindeeigenen Wald durchaus stolz sein“, bestätigt Christoph Mertzig. „Vor allem rings um den Annahütter See finden sich seltene, ökologisch wertvolle Baumarten, wirtschaftlich interessante Bestände und manch wertvolles Kleinod“, so der Forstexperte.

Vor den Gemeindevertretern hat er  dafür geworben, im künftigen kommunalen Waldbetrieb Ökonomie und Ökologie in Einklang zu bringen. Der Wald sollte den Einwohnern nicht nur wirtschaftlich, sondern auch zur Erholung dienen. Zudem seien die Folgen des sich abzeichnenden Klimawandels im kommunalen Wald zu berücksichtigen. „In diesem Jahr verursachten drei schwere Stürme in der Region erheblichen Windwurf. Zusätzlich machen unseren Wäldern Hitze, Trockenheit und Schädlingsbefall zu schaffen.“

Der Forstfachmann und frühere Oberförster stieß dabei in der Gemeindevertretung und bei der Einwohnerschaft auf offene Ohren. „Eine solche Waldbewirtschaftung kann ich nur befürworten“,erklärt der Meuroer Abgeordnete Marco Hirrig (Meuroer Bürgerbündnis). Auf die Bedeutung des vorbeugenden Brandschutzes in der Waldwirtschaft wies Annahüttes Ortswehrführer Andreas Schneider hin. „Mischwald macht uns da weniger Sorgen als reine Kiefernforste.“ Klaus Rohde aus Annahütte berichtete über Spaziergänge durch den idyllischen Annahütter Forst. „Was fehlt, ist ein Rundweg um den Silbersee.“ Weitere Ideen richteten sich auf Waldpädagogik und Jagd.

Schipkau hat vor zwei Jahren rund 120 Hektar artenreichen, jungen Wald im früheren Tagebau Klettwitz erworben. Später folgten rund 110 Hektar Wald rings um den Annahütter See, informiert Schipkaus Bauamtsleiter Martin Konzag. Zusammen mit weiteren Flächen summiert sich Schipkaus Waldeigentum auf über 300 Hektar.

„Bei der Bewirtschaftung des Gemeindewaldes blicken wir nicht nur auf die Haushaltskasse, sondern wollen den kommenden Generationen eine intakte und lebenswerte Umgebung nachhaltig sichern“, betont Schipkaus Bürgermeister Klaus Prietzel (CDU) zum Start des Projektes.