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| 19:30 Uhr

Wohnungspolitik
Großvermieter vor großen Herausforderungen

Die Fassade des Wohnblockes an der Louis-Fürnberg-Straße 17 - 23 in Senftenberg wurde 2017 von der KWG neu gestaltet.
Die Fassade des Wohnblockes an der Louis-Fürnberg-Straße 17 - 23 in Senftenberg wurde 2017 von der KWG neu gestaltet. FOTO: KWG Senftenberg
Senftenberg. Kommunale Wohnungsgesellschaft muss Mieterrückgang und Modernisierung des Wohnungsbestandes unter einen Hut bringen. Von Catrin Würz

Die schwierigen Zeiten des demografischen Wandels und des Einwohnerrückgangs in der Region stellt die großen Wohnungsunternehmen vor besondere Herausforderungen. Auch die Kommunale Wohnungsgesellschaft Senftenberg (KWG), die derzeit rund 7600 Wohnungen und Gewerbeeinheiten in Senftenberg, Großrä­schen, Schipkau, Schwarzheide und Ort­rand bewirtschaftet, muss seit Jahren den Spagat zwischen rückläufigen Mieterzahlen und notwendigen Instandhaltungen und Modernisierungen schaffen. Seit dem Jahr 2004 wird deshalb ein von Wirtschaftsprüfern kontrolliertes Strategiekonzept umgesetzt. Dieses setzt auf die Vermietung der vorhandenen und sanierten „Platte“ in guten Lagen. „Sehr erfolgreich“, wie der vom Aufsichtsrat kürzlich gebilligte Jahresabschlussbericht 2017 ausweist. „Auch 2017 war das Unternehmen trotz des schwachen Mietermarktes erfolgreich. Und als aktiver Investor beeinflusst die Wohnungsgesellschaft die wirtschaftliche Situation in der Region maßgeblich positiv mit“, so fasst das kommunale Unternehmen seine gute Bilanz für 2017 zusammen.

Allen wirtschaftlichen Abläufen liegt die Tatsache zugrunde, dass „die Mieterzahlen nicht steigen werden“, teilt Unternehmenssprecher Ralf Weide mit. Das schlage sich auch auf die Mieteinnahmen der KWG nieder. Momentan verzeichnet die KWG einen Wohnungsleerstand von knapp elf Prozent - allerdings lokal sehr unterschiedlich: Während zum Beispiel in Schwarzheide mit 19,1 Prozent Leerstand fast jede fünfte der knapp 500 KWG-Wohnungen nicht vermietet ist, liegt der Leerstand in Senftenberg nur bei 8,1 Prozent und in Ortrand gar nur bei 3,5 Prozent.

Im Jahr 2017 hat die KWG 11,6 Millionen Euro für die Instandhaltung und Modernisierung der Wohnungen und für Stadtumbau-Maßnahmen ausgegeben. Zwei Wohnblöcke mit insgesamt 92 Wohnungen wurden abgerissen.

Der Schwerpunkt bei den Modernisierungen liegt deutlich auf altersgerechten und altersfreundlichen Angeboten. Momentan haben genau 1082 und damit 14,6 Prozent aller Wohnungen der KWG dieses Prädikat - und das liegt klar über dem Durchschnitt des Brandenburger Wohnungsmarktes (12,2 Prozent). Bis zum Jahr 2030 sollen beim Senftenberger Großvermieter rund 20 Prozent der Wohnungen speziell auch für ältere Mieter geeignet sein.