Ein Beruf in der Metallbranche wäre also nicht übel“ , meint der 17-Jährige. Metallbau habe Zukunft, glaubt auch Mutter Heidi Kokel, die vom landesweiten Tag des offenen Unternehmens im Radio gehört hat.
Dieses Jahr sind bei der Freienhufener Stahlbau (FSB) GmbH aber schon die Lehr lings-Würfel gefallen. Vor kurzem hatte das mittelständische Unternehmen 30 Jugendliche zum ganztägigen Auswahltest eingeladen (die RUNDSCHAU berichtete). „Fünf Azubis erhalten bei uns einen neuen Ausbildungsvertrag. Zum 1. September wollen wir auch unsere Lehrlingswerkstatt eröffnen. Im nächsten Monat beginnt der Umbau“ , berichtet Rainer Thoran, Technischer Geschäftsführer bei FSB.
Das Thema „Ausbildung“ wird im 50-Mann-Betrieb groß geschrieben. Aus gutem Grund: Die Wünsche vieler Auftraggeber aus Berlin, Dresden oder Thüringen sind extravagant. Rainer Thoran steht vor einem futuristischen Fassadenelement aus Stahl und Glas. „Kunst am Bau“ , umschreibt der sympathische Firmenchef das Geheimnis des expandierenden Unternehmens. Der US-amerikanische Architekt Daniel Libeskind lässt einen Innenhof im Altbaubereich des Jüdischen Museums Berlin mit einer Glasfassade aus Großräschen überdachen.
Am imposanten Glaselement in der Produktionshalle ist keine Schraube, keine Halterung und auch keine Schweißnaht für das bloße Auge erkennbar. „Trotzdem muss eine 20-Tonnen-Fassade allen Stürmen und Belastungen standhalten“ , erklärt Thoran die Herausforderung beim hochwertigen Metallbau. Unterdessen bedient Detlef Mirschinka nebenan im Blaumann für die Besucher die Lochstanze. Der 57-jährige Schlosser ist seit über zehn Jahren bei der Firma. Er fühle sich wohl, sieht Mirschinka die anspruchsvolle Arbeit positiv. „Wir leisten eben keine Fließbandarbeit. Das ist der Reiz“ , lächelt er.