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| 15:32 Uhr

Großräschen macht die Leinen los zur Hafen-Eröffnung
Schiff ahoi! Großräschen sticht in See

 Wie eine Perle im Lausitzer Seenland wartet der Großräschener Stadthafen auf seine Indienststellung. Tausende Besucher werden an diesem Wochenende die Hafentauglichkeit der einstigen Kohlestadt einem ersten Belastungstest unterziehen. Ein kostenloser Shuttle-Verkehr ist eingerichtet.
Wie eine Perle im Lausitzer Seenland wartet der Großräschener Stadthafen auf seine Indienststellung. Tausende Besucher werden an diesem Wochenende die Hafentauglichkeit der einstigen Kohlestadt einem ersten Belastungstest unterziehen. Ein kostenloser Shuttle-Verkehr ist eingerichtet. FOTO: LMBV / Peter_Radke
Großräschen. Großräschen hat nach der Flutung der einstigen Kohlegrube jetzt einen Hafen. Die Eröffnung wird mit einer dreitägigen Party gefeiert. Es fehlt dafür aber noch ein wichtiges Genehmigungspapier. Von Andrea Budich

Der neue zwölf Millionen Euro teure Ankerpunkt im Lausitzer Seenland ist bereit für die Abnahme. Auslegerkran und  Slipanlage stehen, die Fingerstege sind gelegt,  das noch namenlose historische Fahrgastschiff ist aufgetakelt für die Jungfernfahrt, die ersten  Kutter liegen im Hafen, die  Schiffsschaukel wartet in schwindelerregender Höhe auf das vergnügungssüchtige Seebären-Volk und die Fischbrötchen sind geschmiert.

Selbst der Pegel ist für Großräschener Verhältnisse rekordverdächtig: Mit 99,96 Metern über Normalnull fehlen nur noch knapp vier  Zentimeter  unter dem Zielwasserstand. Damit ist die Hand breit Wasser unter dem Kiel der ersten Boote, die am Wochenende auslaufen wollen, rein technisch gesichert.

Großräschener Hafen ist behördlicherseits noch ausgebremst

Ob Großräschens kleine  Kutter-Flotte   am Ende   aber doch noch strandet,  stand zumindest am  Donnerstag  noch nicht  fest. Denn  das unter Hochspannung  erwartete Genehmigungspapier  der Unteren Wasserbehörde  als zuständige Behörde des Landkreises  Oberspreewald-Lausitz ist einen Tag vor Festbeginn noch nicht im Rathaus eingetroffen.

Ohne die Sondergenehmigung darf  kein  Kutter,  kein Fahrgastschiff und kein Segler den Hafen verlassen. Denn der Spaß an der Großräschener Wasserkante  ist  behördlicherseits noch deutlich ausgebremst.

 Stadtsprecherin Kati Kiesel freut sich auf die Gäste zur Großräschener Hafeneinweihung. Zur Erinnerung gibt es schwarz-blaue Brikett-Seifen.
Stadtsprecherin Kati Kiesel freut sich auf die Gäste zur Großräschener Hafeneinweihung. Zur Erinnerung gibt es schwarz-blaue Brikett-Seifen. FOTO: Stadt Großräschen

Kapitän  Thomas Zenker (SPD) erwartet die  offizielle  Seefreigabe bestenfalls im Herbst. Die Genehmigung der allgemeinen Schiffbarkeit für den Großräschener See ist  so etwas wie ein Musterverfahren im Land, das sich anders wie noch im Vorjahr erwartet,  ziemlich in die Länge zieht. Das Warten  auf die Sondergenehmigung  bis zum letzten Tag  stellt Großräschens Seebären deshalb vor eine ganz besondere Herausforderung.

Großräschen lädt für Hafen-Eröffnung zum „SeeFest“ ein

Zur Hafeneinweihung lädt  Großräschen zu einem „SeeFest“ ein.  Der Titel ist bisher einmalig in der Region und  hat das Zeug dazu,  eine Marke im  Seenland zu werden. Präsentiert  wird  beim „SeeFest“ nicht nur der Hafen, sondern auch die  Entwicklung  am See und in der Seestadt.

Mit dem Motto „Seenland aus Bergmannshand“ wird zugleich an ein wichtiges Jubiläum erinnert: Vor 20 Jahren  wurde  im Tagebau Meuro die letzte Kohle gefördert. Am Samstag, dem Bergmannstag des  SeeFestes,  marschieren  deshalb 300 Teilnehmer  der Landesbergparade mit  Grubenlampen, Schachthüten und Berghäckel in den Stadthafen ein. Am Sonntag, dem „Seemanstag“, hält Großräschen dann Kurs auf  die neuen Ufer.

Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) wird die Namenstaufe für  das historische Fahrgastschiff, das in Großräschen seinen Heimathafen hat, vollziehen. Danach soll die vom Kochelsee in Bayern stammende Barkasse zur ersten Rundfahrt in See stechen - natürlich nur, wenn bis dahin die sehnlichst erwartete Sondergenehmigung tatsächlich vorliegt.