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Großräschen zahlt 500 Euro Kinderprämie für Bauherren

Großräschen. Baukindergeld für Familien mit Kindern in Großräschen. Mit dieser Nachricht will Seestadt-Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) Bauherren mit Nachwuchs einen zusätzlichen Anreiz bieten, in Großräschen sesshaft zu werden. Brandenburgweit ist dieser kommunale Zuschuss bisher einmalig. Andrea Budich

Mit Baukindergeld will Großräschen Familien mit Nachwuchs anlocken. Wenn sie in Großräschen oder den dazugehörenden Ortsteilen ein Haus kaufen oder bauen, erhalten sie rückwirkend zum 1. Januar 2015 für jedes Kind 500 Euro. Mit dem Bonus soll die Entscheidung für Großräschen leichter fallen. "Wir wollen jungen Familien einen Anreiz bieten zu bleiben und Bauwillige von außerhalb zusätzlich anlocken", erklärt der Bürgermeister.

Die neue Offensive für mehr Kinder wollen die Stadtväter nach mehr als zweijähriger Diskussion jetzt zügig auf den Weg bringen. Im Bauausschuss gab es bereits breite Zustimmung. Das Ergebnis soll jetzt in eine Beschlussvorlage gegossen werden.

Vom Baukindergeld sollen alle Bauherren mit Kindern profitieren, die in Großräschen, Allmosen, Dörrwalde, Freienhufen, Saalhausen, Wormlage, Woschkow oder Barzig ein Haus kaufen oder bauen. Das Geld soll nach dem Einzug mit der Anmeldung in der Einwohnermeldestelle einmalig zur Auszahlung kommen. Das Alter der Kinder wird wahrscheinlich auf 16 Jahre begrenzt.

Mit dem Baukindergeld will Großräschen Familien beim Hauskauf und -bau zunächst in den nächsten drei Jahren unterstützen. Für diesen Zeitraum ist die Finanzierung dank der boomenden Grundstücksverkäufe im Wohnfeld "Alma" in Stadthafennähe gesichert. Pro Haushaltsjahr rechnen die Stadtväter derzeit mit Kosten von rund 20 000 Euro. Die Summe basiert auf den durchschnittlichen Grundstücksgeschäften der Vorjahre mit jeweils etwa 40 Verkäufen im gesamten Stadtgebiet. Auslaufend mit dem 31. Dezember 2017 wollen die Stadtverordneten dann neu überlegen, ob der Zuschuss weitergezahlt werden kann.

Über eine großzügige Auslegung wird indes jetzt schon nachgedacht. Der Zuschuss soll innerhalb der drei Jahre auch als "Erfolgsprämie" ausgelobt werden. Für Kinder, die also bis zum Jahresende 2017 geboren werden, würde dann rückwirkend das Baukindergeld einmalig ausgezahlt. Die Mitglieder des Bauausschusses haben diese Zugabe schon mal befürwortet.

Zum Thema:
Großräschen will rückwirkend zum 1. Januar 2015 Familien mit Kindern Baukindergeld zahlen. Für jedes Kind gibt es 500 Euro. Finsterwalde (Elbe-Elster) lockt mit einer Umzugsprämie in die Innenstadt. Für den Umzug eines Gewerbetreibenden in die Innenstadt können maximal 1000 Euro als Umzugshilfe zur Verfügung gestellt werden. Wer eine Wohnung in der Innenstadt bezieht, kann maximal 1000 Euro für den Haushaltsvorstand und jeweils maximal 500 Euro für jede weitere im Haushalt lebende Person als Umzughilfe beantragen. Auch die Gemeinde Massen (Elbe-Elster) bemüht sich, Familien mit Kindern anzulocken. Über eine Wohnbauförderrichtlinie wird eine "Kopfgeldprämie" in Höhe von 5000 Euro je Kind gezahlt. In Schipkau macht die Gemeinde jür jedes Neugeborene 50 Euro Begrüßungsgeld locker. Bürgermeister Klaus Prietzel (CDU) würde die Summe gern auf 250 Euro je Kind erhöhen. Eine Debatte dazu hat es in der Gemeindevertretung bereits gegeben.