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| 14:15 Uhr

Wunderheiler aus Peru ist letzte Hoffnung
Das Schicksal von Vanessa aus Großräschen berührt die Herzen

Der Koffer ist gepackt. Am Dienstag sitzt Vanessa aus Großräschen mit all ihren Hoffnungen schon im Flieger nach Peru.
Der Koffer ist gepackt. Am Dienstag sitzt Vanessa aus Großräschen mit all ihren Hoffnungen schon im Flieger nach Peru. FOTO: Rasche FOTOGRAFIE / Steffen Rasche
Großräschen. Die Koffer sind gepackt: 19-Jährige aus Großräschen fliegt am Dienstag nach Peru, um ihre Krankheit zu besiegen. Von Andrea Budich

Ziemlich schwer erwischt hat es Vanessa bei ihrem jüngsten Epilepsie-Anfall vor drei Tagen. Nach Rippen-Prellungen, ausgeschlagenen Zähnen und Narben im Gesicht, hat sie sich diesmal beim minutenlangen Krampfanfall die Beine aufgerissen. So schlimm, dass sie mit ihrer Mutter Solveig Jäckel darüber nachgedacht hat, die große und seit Monaten vorbereitete Reise zum Meisterschamanen nach Peru abzusagen.

Weil dann aber alle Hoffnungen auf Heilung mit einem Schlag erloschen wären, wollen  Mutter und Tochter  trotz der Verletzungen fliegen. Am Dienstag   starten sie  von Berlin aus in das Abenteuer ihres Lebens.

Der Wunderheiler im Dschungel von Peru ist  für die  19-Jährige, die an  einer psychisch verursachten  Epilepsie mit  unwahrscheinlich hoher Anfallshäufigkeit leidet, der letzte Strohhalm. Denn  die zarte junge Frau  wird von der heimtückischen Krankheit gleich doppelt bestraft.  Trotz Hunderter Bewerbungen findet sie weder  Lehrstelle noch Arbeit. Probe-Arbeitswochen sind immer dann für sie erledigt, wenn sie wieder bewusstlos zuckend am Boden liegt. Auch bei den von der Agentur für Arbeit zugewiesenen Maßnahmen fällt sie durch jedes Raster. Die intelligente junge Frau in Kurse zusammen mit Obdachlosen und Arbeitslosen ohne Schulabschluss zu drängen, funktioniert nicht.

Das Schicksal von Vanessa hat die Herzen der Lausitzer berührt. Nach der Veröffentlichung im Februar in der RUNDSCHAU haben Leser mehr als 4200 Euro als Reisekosten-Zuschuss auf ihr Konto eingezahlt. Unzählige kleine Beträge bis hin zu Einzelspenden in Höhe von 250 Euro - überwiesen von ihrer Großräschener Zahnärztin. Worüber sich Vanessa jedoch am meisten freut, ist die große Anteilnahme. „Fast alle haben mir im Verwendungszweck Mut zugesprochen und Glück gewünscht. Dass das Menschen machen, die mich gar nicht kennen, ist ein wahnsinniges Glücksgefühl“, sagt Vanessa.

Mit dieser moralischen Unterstützung fliegt sie am Dienstag nach Peru und erhofft sehnlichst den Augenblick, der alles verändert. Wenn danach vielleicht die Anfälle seltener werden, dann hat sie vielleicht sogar Aussicht auf eine Lehrstelle.