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| 15:40 Uhr

Tourismus im Lausitzer Seenland
Großräschen auf dem Weg zum Touristen-Hotspot

 Kaum einer kennt sich im Lausitzer Seenland so gut aus wie Sören Hoika. Anker geworfen hat der Reiseveranstalter am Großräschener Hafen.
Kaum einer kennt sich im Lausitzer Seenland so gut aus wie Sören Hoika. Anker geworfen hat der Reiseveranstalter am Großräschener Hafen. FOTO: Rasche Fotografie / STEFFEN RASCHE
Großräschen. Großräschen entwickelt sich zu einem beliebten Anziehungsort für Touristen aus ganz Deutschland. Besonders angesagt bei Besuchern sind Rundfahrten. Es mangelt jedoch noch an einigen wichtigen Dingen. Von Andrea Budich

20 000 Gäste – und es werden immer mehr. Sie haben das Seenland bei 220 Touren mit der Seeschlange, in Bussen und auf Fahrrädern im Vorjahr erkundet. Großräschen ist dabei auf dem besten Wege, der Hotspot für Bus-Ausflügler im weiten Lausitzer Seenland zu werden.

Sören Hoika, der seit acht Jahren mit seinem Reisebüro iba aktiv tours in Großräschen Anker geworfen hat, weiß, wie man Touristen begeistern kann. Der Jungunternehmer weiß aber auch, wo genau noch Reserven im Lausitzer Seenland schlummern.

Räder, E-Roller und Tretmobile für Großräschen

In Großräschen ist es ein stationärer Radverleih, der fehlt. Vorbestellte Räder bunkert Hoika im Seehotel. Mit dem wachsenden Urlauberansturm aufs Großräschener Hafenareal reicht das aber künftig nicht mehr aus.

 Von Großräschen, dem Tor zum Seenland, starten zahlreiche Touren von iba aktiv tours.
Von Großräschen, dem Tor zum Seenland, starten zahlreiche Touren von iba aktiv tours. FOTO: Berger/ Budich / Berger/Budich

„An die Hafenkante gehören nicht nur Räder. Auch E-Roller und Tretmobile werden für eine schnelle Hafenrunde immer mehr nachgefragt“, sagt Hoika. Dem geplanten Neubau einer städtischen Tourist-Information am Hafen fiebert Hoika daher schon entgegen. Mit zwei Büros und einem großen Fahrradverleih will er dort einziehen. „Wir müssen mehr sichtbar sein“, drängelt er und hofft auf eine zügige Umsetzung des Plans.

Für Sören Hoika zeichnet sich schon nach der Sommer-Halbzeit ab, dass die Saison 2019 seine bisher beste wird: „Ich merke das an meiner Freizeit.“ Im Mai, Juni und September ist er täglich mit den verschiedensten Touren auf Achse.

Darunter sind auch ganz fette Tage, an denen bis zu 12 Touren teilweise parallel laufen. Der 7. September ist so ein Tag. „Da muss alles funktionieren, auf die Minute genau“, freut er sich auf die Herausforderung.

Rundfahrten laufen in Großräschen richtig gut

Angebote wie die Rundfahrt  „Vom Bergmann zum Seemann“, die neue Wein-Tour und die Phönix-Spritztour laufen richtig gut. Sie sind teilweise bereits online komplett ausgebucht und werden nicht selten noch morgens kurz vor Tourstart gebucht.

Ein Angebot mit Zukunftspotenzial ist auch die für Familien geeignete Radreise auf der Seenland-Route. Sie führt 186 Kilometer quer durchs Seenland vom Großräschener See im Norden bis zum Bärwalder See im Süden. In den ersten drei Jahren hatten sich insgesamt nur 40 Gäste für die 6-Tages-Tour interessiert. In dieser Saison sind es bis Mitte Juli schon 150 Radfreunde, die sich in Großräschen in den Sattel schwingen, um das Seenland zu erobern.

Die Radtouristen sind es auch, von denen Hoika aus erster Hand erfährt, wie es um die Gastronomie im weiten Seenland aussieht, wenn sie auf langen Etappen nicht einmal ein Radler zu trinken bekommen.

Zu wenig in Gastronomie in Großräschen

„Da gibt es noch ordentlich Luft nach oben“, sagt er. Es gibt gute Qualität in der Gastronomie wie in der Geierswalder „Grubenlampe“, aber noch viel zu wenig. „Wenn die Kapazität unserer verlässlichen Partner erschöpft ist, haben wir ein Problem“, bemängelt der Tourismus-Experte.

Der Senftenberger See geht für ihn dabei noch in Ordnung, düster indes ist es gastronomisch rund um den Scheibe-See. Bei schlechtem Wetter, wenn die Kioske schließen, ruht still der See auch in Bärwalde.

Seine Seenland-Flotte will Sören Hoika Schritt für Schritt weiter ausbauen. Zwei Kleinbusse, eine Seeschlange und 160 Fahrräder und Tretmobile gehören derzeit zu seinem Urlaubsreich.

Weil es immer mehr Touristen nach Großräschen zieht, soll eine zweite Seeschlange in der Seestadt fest stationiert werden. In zwei bis fünf Jahren könnte das schon soweit sein.