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| 16:20 Uhr

Kein Campingplatz, dafür aber zweites Hafengebäude und Sport-Aktivhotel auf der Ilse-Höhe
Großräschen setzt die Segel im Seenland

So soll er aussehen, der Stadtstrand Ilse am Großräschener See östlich vom Hafen.
Der Strandbau als  gemeinsames Projekt  der Stadt und der LMBV soll möglichst im nächsten Jahr starten. Bevor die Sonnenschirme aufgeklappt werden können, müssen noch schätzungsweise  60 000 Tonnen Sand  aufgetragen werden. Grafik: Architekturbüro Joswig
So soll er aussehen, der Stadtstrand Ilse am Großräschener See östlich vom Hafen. Der Strandbau als gemeinsames Projekt der Stadt und der LMBV soll möglichst im nächsten Jahr starten. Bevor die Sonnenschirme aufgeklappt werden können, müssen noch schätzungsweise 60 000 Tonnen Sand aufgetragen werden. Grafik: Architekturbüro Joswig FOTO: Architekturbüro Joswig
Großräschen. Die Seestadt will ihren schmucken neuen Hafen nicht aus den kommunalen Händen geben. Die Entscheidung dazu soll aber erst im Herbst getroffen werden. Bis zu 6000 Badegäste sollen sich am künftig weiß-besandeten Stadtstrand aalen. Von Andrea Budich

Das Wasser ist da, das Seehotel hat endlich einen richtigen See vor der Haustür, die Pontons fürs Hafenbecken werden in eins, zwei Wochen angeliefert, die weiße Hafenstadt wächst Haus um Haus. Großräschen liegt hart am Wind, wenn es um die weitere Entwicklung seiner Wasserkante in Süd geht. Der Gestaltungsspielraum für Großräschens Stadtväter ist dabei dank des kommunalen Flächeneigentums in Ufernähe groß.

Für eine erfolgreiche maritime Zukunft ist Großräschens Seekarte bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung neu eingenordet worden. Wo die Stadt hinsteuert, wo die Ankerpunkte gesetzt werden, hat Tourismusberater Matthias Wedepohl auch als Ergebnis zweier Workshops in einem Zwischenbericht für die nächsten fünf Jahre vorgestellt. Im Seenland unterwegs ist Wedepohl seit einem Vierteljahrhundert. Der Rahmenplan zum Senftenberger See aus dem Jahr 1995 war sein Einstiegswerk.

Der Stadtstrand in Großräschen soll künftig 6000 Sonnenhungrigen Platz bieten.
Der Stadtstrand in Großräschen soll künftig 6000 Sonnenhungrigen Platz bieten. FOTO: Radke/LMBV / Peter_Radke

Was die künftige Hafenbewirtschaftung betrifft, sind Bestandsaufnahme und Begutachtung inzwischen weitestgehend abgeschlossen. Das Machtwort dazu wird im Herbst im Stadtparlament fallen. Wahrscheinlich gibt Großräschen den Hafen nicht aus der eigenen Hand. „Die Tendenz geht dahin“, bestätigt auch Großräschens Kapitän Thomas Zenker (SPD). Angedacht ist, den Hafen von der IBA-Terrassengesellschaft, einer 90-prozentigen Tochter der Stadt Großräschen, bewirtschaften zu lassen. Großräschen will damit sicherstellen, dass gerade in der Anfangszeit nach der großen Hafeneröffnung im kommenden Jahr Qualitätsstandards gesetzt werden. „Örtliche Strukturen sollten lokal betrieben werden“, erklärt der Bürgermeister, warum der zweite Hafen im Seenland nicht vom Zweckverband bewirtschaftet werden soll. Später soll die IBA-Terrassengesellschaft auch die Strandbewirtschaftung mit übernehmen.

Auf den Prüfstand stellt die neue Machbarkeitsuntersuchung die immer wieder diskutierte Idee eines Campingplatzes. Zum einen sei dafür die vorgesehene Fläche zu klein, zum anderen geht von der nahen Bahnanlage für die Camper ein zu hoher Lärmpegel aus. Vom Campingidyll sollten sich die Großräschener deshalb verabschieden.

Zwingend erfoderlich ist jedoch aus Sicht des Tourismusberaters der Bau eines weiteres Hafengebäudes. Der Platz werde dringend benötigt für einen Bootsverleih, eine Werkstatt und einen Shop mit Bootszubehör. Der Stadthafen Großräschen ist für den Tourismusberater dafür der ideale Standort. „Es wird hier boomen. Wer ins Seenland will, startet im Hafen Großräschen“, zeigt er sich überzeugt und wirbt zugleich um die Akzeptanz der Abgeordneten.

Handlungsbedarf gibt es auch bei den aktuell vorhandenen WC-Standorten. Deren Kapazitäten sind schon jetzt in Stoßzeiten überlastet. Empfohlen wird daher der Bau weiterer Toilettenanlagen im Bereich Seestraße/Stadtbalkon.

Ein Umdenken hat auch bezüglich des geplanten Hotel-Neubaus stattgefunden. Anders als bisher vorgesehen, soll kein klassisches Familienhotel, sondern ein Sport-Aktivhotel majestätisch auf der Ilse-Höhe gut 15 Meter über dem Wasserspiegel des Großräschener Sees thronen. Umgesetzt werden soll die Hotel-Idee in privater Regie. Den Standort haben Großräschens Visionäre frühzeitig wasserdicht gemacht. In der Studie wird jetzt vorgeschlagen, an den Hotelkomplex mit schwimmender Architektur auch eine Ferienhaus-Siedlung anzudocken.

Großräschens „Stadtstrand Ilse“ soll ein zentrales Versorgungsgebäude haben. Imbiss, Sanitäranlagen mit Außenduschen sowie der Verleih von Spaßbooten und Surfausrüstung sollen darin Platz finden. Der Strand mit einem separaten Hundebadeplatz und FKK-Bereich wird 800 Meter lang sein, sich ostwärts des Hafens befinden und bis zu 6000 Gästen Platz bieten. Bevor aber die Liegestühle und Sonnenschirme aufgeklappt werden können, müssen noch rund 60 000 Tonnen feinster Sand aufgetragen werden. Der Strandbau als gemeinsames Projekt von Stadt und LMBV soll, wenn es nach Bürgermeister Thomas Zenker geht, möglichst im nächsten Jahr starten.