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Großräschen will nicht sorbisch sein

Großräschen will nicht sorbisch sein
Großräschen will nicht sorbisch sein FOTO: dpa
Großräschen. Die Seestadt mit ihren Ortsteilen Allmosen, Barzig, Dörrwalde, Freienhufen, Saalhausen, Wormlage und Woschkow will nicht sorbisch/wendisch sein. Darüber herrschte große Einigkeit im Hauptausschuss. Andrea Budich

Der Stadtverordnetenversammlung wurde empfohlen, die vom Sorbenrat beabsichtigte Aufnahme Großräschens ins angestammte Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden abzulehnen.

Das Votum hat sich Großräschen indes nicht leicht gemacht. In einer intensiven Diskussion haben sich die Fraktionen, die Dorfbeiräte und Bürger mit dem Thema auseinandergesetzt. Höhepunkt dabei war ein wissenschaftlicher Vortrag von Dr. Harriet Bönisch im Kurmärker. Die Expertin für die Frühgeschichte der Mark Brandenburg forscht seit mehr als 30 Jahren zur Siedlungsgeschichte der Lausitz. Festgestellt wurde, dass für den entscheidenden Zeitraum sorbische Spuren für Großräschen nicht nachweisbar sind.

In der evangelischen Kirche in Großräschen hörten wendische Gottesdienste 1868 völlig auf. Die sorbische Sprache ist durch den massenhaften Zuzug aus anderen Gegenden völlig überdeckt worden. In den Bergbauorten dominierte die polnische Sprache. In ganz Großräschen gibt es derzeit eine bekennende Sorbin. Sie ist der Liebe wegen nach Wormlage gezogen. "Das hat nichts mit der Siedlungsgeschichte zu tun", erklärt Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) abschließend die Entscheidung.