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| 17:43 Uhr

Entscheidung zur Betreibung des Hafens
Großräschen auf eigenem Kurs

Die Stadt Großräschen legt die Bewirtschaftung ihres Stadthafens in die Hände der kommunalen Bau- und Betreibergesellschaft IBA-Terrassen.
Die Stadt Großräschen legt die Bewirtschaftung ihres Stadthafens in die Hände der kommunalen Bau- und Betreibergesellschaft IBA-Terrassen. FOTO: Steffen Rasche
Großräschen. Die Stadt am See geht mit ihrem Hafen einen eigenen Weg. Die Bewirtschaftung und die Vermarktung der Bootsliegeplätze soll eine kommunale Gesellschaft übernehmen. Von Catrin Würz

Die Stadt Großrä­schen hält unbeirrt Kurs auf eine Hafeneröffnung und die Seenutzung im kommenden Jahr. Auf diesem Weg lässt sich die Kommune durch fast nichts beirren. Doch ein langer und viel zu trockener Sommer hat auch am Seestrand von Großräschen Wirkung gezeigt und neue Tatsachen geschaffen. Der im Frühjahr schon einmal auf 99,7 Meter über Normalhöhennull (NHN) angestiegene Wasserstand im See ist wieder auf 99 Meter NHN abgesunken. „Das ist etwas, das wir nicht beeinflussen können“, sagte Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) am Mittwoch vor der Stadtverordnetenversammlung. Der angestrebte und geplante Wasserstand im Großräschener See soll künftig 100 Meter bis 101 Meter NHN betragen. Ob dies bis zum Saisonstart 2019 zu erreichen ist und die Nutzung des Sees genehmigt wird, müsse demnach „als eine 50:50-Chance gesehen werden“, erklärte Zenker. „Viele hoffen auf einen Start am Hafen und dass es nun endlich losgeht.“

Die Kommune selbst will dabei nichts dem Zufall überlassen. Die Stadtverordneten haben jetzt bereits den nächsten Ruderschlag gemacht und die künftige Betreibung des neuen Hafens und die Vermarktung der Bootsliegeplätze geregelt. Klar wird: Großräschen will den Hafenbetrieb so weit wie möglich in eigener Regie behalten und hat nun eine kommunale Gesellschaft damit beauftragt. Die Stadtverordnetenversammlung beschloss am Mittwoch, sowohl die Bewirtschaftung des Hafens als auch die Vergabe der Bootsliegeplätze in den Aufgabenbereich der Bau- und Betreibergesellschaft IBA Terrassen mbH zu übergeben - einer Gesellschaft, in der die Stadt Großräschen 90 Prozent der Gesellschafteranteile hält; zehn Prozent hat die Wequa GmbH Lauchhammer inne.

Der Entscheidung ging eine Machbarkeitsuntersuchung durch ein unabhängiges Büro voraus. Zu klären waren dabei die Fragen nach der geeignetsten Rechtsform und Betreiberstruktur und nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Die Studie hatte natürlich auch die mögliche Übernahme der Hafenbewirtschaftung durch den Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB) geprüft. Der Zweckverband betreibt ja ebenfalls schon den Stadthafen und das Hafencamp am Senftenberger See. Nach Abwägung aller Vorteile und Nachteile kam die Studie jedoch zu dem Fazit, dass die Bewirtschaftung in Großräschen „aufgrund der großen Entfernung zu den Betriebseinrichtungen am Senftenberger See wirtschaftlich nicht effizienter leistbar ist als durch eine örtliche Hafenbetreiberorganisation“. Das treffe künftig auch auf den Strandbereich zu. Und: „Nur in Eigenregie lassen sich die hohen Qualitätsstandards im Service und in der Infrastrukturunterhaltung sicherstellen“, heißt es in dem Konzept, dem die Großräschener Ratsrunde nun einstimmig folgte.

Für die Vergabe der privaten und gewerblichen Bootsliegeplätze im Großräschener Stadthafen wird in Kürze ein Verfahren zur Prüfung und zur Datenerfassung der Interessenten starten. Seit dem Jahr 2010 sind bis heute immerhin mehr als 230 Anfragen nach Bootsliegeplätzen in Großräschen bei der Stadtverwaltung eingegangen. Diese Liste soll die neu beauftragte IBA-Terrassen-Betreibergesellschaft nun aktualisieren. Die Vergabe der Plätze soll dann auf jeden Fall nochmal durch die Stadtverordnetenversammlung abgesegnet werden.

Beim Zweckverband Lausitzer See­nland in Großkoschen nimmt man die Entscheidung der Großräschener für eine eigene Lösung sportlich. „Wir werden im engen Kontakt mit der Stadt Großräschen und dem künftigen Betreiber stehen und unsere Erfahrungen aus der Bewirtschaftung des Senftenberger Stadthafens gern einbringen. Das gemeinsame Ziel ist die bestmögliche Betreuung der Gäste im gesamten Lausitzer Seenland“, erklärt Pressesprecherin Dana Hüttner vom Zweckverband LSB.