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| 16:06 Uhr

Großräschen sticht mit 7,3 Millionen schwerem Investitionspaket 2019 in See
Nach Hafen schlägt Großräschen Wirtschafts-Kurs ein

 Ruhe vor dem Sturm im Großräschener Stadthafen. Das Wasser steigt endlich wieder, die Pontons liegen, das Hafen-Funktionsgebäude wird demnächst möbliert. Großräschen ist bereit für die große Hafen-Einweihungsparty vom 10. bis 12 Mai.
Ruhe vor dem Sturm im Großräschener Stadthafen. Das Wasser steigt endlich wieder, die Pontons liegen, das Hafen-Funktionsgebäude wird demnächst möbliert. Großräschen ist bereit für die große Hafen-Einweihungsparty vom 10. bis 12 Mai. FOTO: Rasche Fotografie / STEFFEN RASCHE
Großräschen. Die Seestadt startet mit genehmigtem Haushalt ins neue Jahr. Spitzen-Investitionsansatz von 7,3 Millionen Euro. 30 000 Euro Baukindergeld sind bereits ausgezahlt. Von Andrea Budich

Das gab es in der Seestadt noch nie: 7,3 Millionen Euro will Großräschen im neuen Jahr investieren. Das sind  knapp 2 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Nachdem der Bau des Stadthafens weitestgehend abgeschlossen ist, setzt Großräschen den Fokus jetzt ganz gezielt auf die Wirtschaftsförderung.

Der größte Brocken des millionenschweren Investitions-Pakets wird für die Erschließung des Industriegebietes Woschkower Weg ausgegeben. 3,3 Millionen Euro werden in den nächsten zwei Jahren in die Hand genommen, um das Industriegebiet fit zu machen für die Zukunft.

 Das ungenutzte und überdimensionierte Hochhaus im Industriegebiet Woschkower Weg wird abgerissen. Dort entsteht ein Lkw-Parkplatz.
Das ungenutzte und überdimensionierte Hochhaus im Industriegebiet Woschkower Weg wird abgerissen. Dort entsteht ein Lkw-Parkplatz. FOTO: Rasche Fotografie / STEFFEN RASCHE

Dort, wo das wirtschaftliche Herz der Seestadt schlägt, soll richtig viel Geld  ausgegeben werden. Gebraucht werden die Millionen für das Glasfasernetz, die Erdgaserschließung,  die Sanierung des Regenwasser- und Schmutzwassersystems und neue Straßenanbindungen.

Abgetragen wird der stattliche Investitionsberg gleichermaßen für den weiteren Ausbau der Oberschule sowie für die Erschließung des neuen Wohngebietes Ilse. Für das nächste weiße Hafenviertel nimmt Großräschen sogar einen 1,45 Millionen Euro-Kredit auf. „Eine bessere Investition in die Zukunft gibt es nicht“, sagt Kämmerer Robert Weidner. Von den 29 Ilse-Grundstücken sind schon längst vor dem ersten Spatenstich die allermeisten vor reserviert.

Wenngleich die Wellen um Hafen und Tourismus nicht mehr ganz so hoch wie in den Vorjahren schlagen, gibt es auch 2019 spannende Vorhaben in Seenähe. So soll ein zusätzlicher Radweg am Hafen gebaut werden. Der „Weg an der Hafenkante“ soll für Fahrrad-Touristen ein Lückenschluss sein zwischen Ilse-Kanal und Freienhufen. Geplant ist auch der Kauf eines Feuerwehrbootes samt Bau einer kleinen Garage dafür.

Im fast fertigen Hafen sind indes nur noch Restarbeiten vorgesehen, für die maximal 75 000 Euro veranschlagt sind. Auf der Vorhabenliste steht dabei die Möblierung des Hafen-Funktionsgebäudes. Das Besucherzentrum am Hafen mit Sanitäranlagen ist erst in der Planung.

Zum 300 Seiten umfassenden Großräschener Haushalts-Wälzer gehört auch ein 2 Millionen Euro-Defizit, mit dem die Stadt klar kommen muss. Der Ausgleich war mit einem Griff in die gut gefüllte Rücklage allerdings kein Problem.

Als ein deutliches Signal für die stabilisierte Wirtschaftslage rund um Großräschen lässt der neuerliche Anstieg der Einkommenssteuer schließen. Mit 2,2 Millionen Euro sind das erneut 200 000 Euro Mehreinnahmen.

Die 500 Euro Baukindergeld sind jungen Familien mit Nachwuchs, die sich in der Seestadt niederlassen, noch bis zum Jahresende sicher. In den vergangenen vier Jahren sind in Summe 30 000 Euro ausgezahlt worden. Die ersten drei Anträge liegen auch schon für 2019 auf dem Tisch.