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| 18:03 Uhr

Weihnachtsmarkt
Neue Kunst schmückt die Traditionspyramide

Zur Eröffnung des Großräschener Weihnachtsmarktes hatten sich Dr. Thomas Olickal (l.), Pfarrer der katholischen Kirche sowie der evangelische Pfarrer Dr. Frank Bahr eingefunden, um die neuen Figuren zu segnen.
Zur Eröffnung des Großräschener Weihnachtsmarktes hatten sich Dr. Thomas Olickal (l.), Pfarrer der katholischen Kirche sowie der evangelische Pfarrer Dr. Frank Bahr eingefunden, um die neuen Figuren zu segnen. FOTO: PETER ASWENDT / Hegewald Uwe
Großräschen. Auf dem Großräschener Weihnachtsmarkt wurden Jesus und das Christuskind gebührend willkommen geheißen. Von Uwe Hegewald

Die Großräschener Markt-Weihnachtspyramide ist um eine Attraktion reicher. Im Rahmen der Eröffnung des lokalen Weihnachtsmarktes hat die Figurengruppe gleich doppelten Zuwachs bekommen: Josef und das Christuskind, das bekanntlich alle Jahre auf die Erde niederkommt.  In Großräschen landete dieses punktgenau auf der mittleren Etage der Weihnachtspyramide, um die so manche Nachbarkommune die Seestadt beneidet.

So zumindest sieht es Bürgermeister Thomas Zenker, der zur Weihnachtsmarkt-Eröffnung erstmals vom Protokoll abwich. Vor dem Anschneiden der von der Bäckerei Buhlmann gesponserten Stolle, lenkte das Stadtoberhaupt die Aufmerksamkeit auf die Pyramide. Der evangelische Pfarrer Dr. Frank Bahr und Dr. Thomas Olickal, Pfarrer der katholischen Kirche, hatten sich eingefunden, um die beiden neuen Figuren zu segnen. Eigentlich gab es die Darstellungen schon immer – jedoch nur als ausgesägte Figuren. Wie Bildhauer Jörg Beger berichtete, habe er bereits im Spätsommer mit dem Gestalten der Josef-Figur begonnen. „Das Christuskind war eine knappe Kiste, konnte aber auch noch rechtzeitig für den diesjährigen Weihnachtsmarkt fertiggestellt werden“, so der Künstler aus Wormlage.

Die Gründe der plötzlichen Eile sind im angemessen ausgestatteten Pyramiden-Budget zu finden, das sich durch Spenden nährt. Die katholischen und evangelischen Kirchengemeinden sammelten für die Fertigung des Christkindes, Senioren der Stadt Großräschen und ihrer Ortsteile steuerten die benötigten Mittel für den Josef bei. „Angeschoben wurde die Spendenaktion im Rahmen der jährlichen Seniorenweihnachtsfeier im Kurmärker. Für die beiden diesjährigen Veranstaltungen verzeichneten wir enormen Zuspruch“, konstatierte Karin Neufeld von der Stadtverwaltung. Susanne Schapp, Amtsleiterin Ordnung- und Soziales, wusste den Betrag zu nennen, den die Großräschener Seniorenschaft in diesem Jahr für das Pyramiden-Projekt beisteuerte: ­233,41 Euro. Für Jörg Beger ist das ein Zeichen, bereits in den kommenden Tagen mit dem Schaffen einer weiteren Figur zu beginnen. „Der Fokus liegt auf Caspar, einem der Heiligen Drei Könige aus der Weihnachtsgeschichte, der in der Regel als farbiger König dargestellt wird“, so der Bildhauer. „Ich bin mir sehr sicher. dass im Anschluss auch noch Melchior und Balthasar folgen“, sagt Beger, der im Vorjahr bereits die Maria schuf. Auch die Figuren, die die Großräschener Gewerke darstellen, entstammen seinem Können und seiner Arbeit. Bergmann, Landwirt, Klinkerwerker und Glasbläser symbolisieren jene Säulen, denen Großräschen seinen Aufstieg zu verdanken hat. Kommen demnächst noch eine Restaurantfachkraft oder ein Bootsmann hinzu? Jörg Beger führt eine andere Idee in seinem Kopf spazieren: „Anstelle des bisherigen Tannenbaumes auf der unteren Etage könnte ich mir eine Zunftsäule vorstellen, von der die einzelnen Epochen abgelesen werden können“, regt er an.

Auch für die Gestaltung der obersten Etage habe er sich Gedanken gemacht: Ihm schwebt ein Stern von Bethlehem vor, der Überlieferungen nach die Heiligen Drei Könige zum Geburtsort Jesu Christi geführt haben soll.

Thomas Zenker sieht in der Großräschener Weihnachtspyramide einen kleinen Besuchermagneten in der Adventszeit. Mit seiner Aussage, Petrus habe für den weiß gepuderten Rahmen des diesjährigen Weihnachtsmarktes gesorgt, lag der Bürgermeister jedoch etwas daneben. „Das ist zweifellos mein Verdienst. Ich habe die Goldmarie schon in der Nacht ans Fenster beordert“, stellte Frau Holle dar. Auf dem Weihnachtsmarkt servierte die lebendige Märchenfigur wärmende Getränke. Besucher bescheinigten der guten Frau, dass sie verblüffende Ähnlichkeit mit Dorothea Miottke habe.