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| 01:29 Uhr

Großräschen pfeift auf fremde Straße

Großräschen. Auf Empfehlung des Hauptausschusses soll die Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch kommender Woche einen Beschluss aus dem Jahre 2005 zurücknehmen, der schon seinerzeit für einige Verwirrung gesorgt hatte. Es geht darum, eine Straße, die auf Senftenberger Gemarkung verläuft, aus der Baulastträgerschaft der Stadt Großräschen zu entlassen. Andrea Budich

“Mit Großräschener Steuergeld„, so Bürgermeister Thomas Zenker (SPD), “werden wir nicht länger eine Senftenberger Straße betreiben.„ Anders als noch vor fünf Jahren bestünde heute von Großräschener Seite kein Interesse mehr, eine Straße auf fremder Gemarkung zu unterhalten. Allein die Kosten für den Winterdienst seien erheblich.

Im Jahre 2005 sah die Situation hingegen anders aus. Die Übernahme des ortsverbindenden Weges zwischen Senftenberg und Freienhufen war beschlossen worden, damit die anliegenden Flächen durch die Agrargenossenschaft Großräschen bewirtschaftet werden konnten. Heute gehört die damit erschlossene Fläche zum Plangebiet des Bebauungsplanes “Solarpark Senftenberg III„. Künftig ist dort die Errichtung von Photovoltaik anlagen geplant. Eine Bewirtschaftung durch die Agrargenossenschaft Großräschen ist damit nicht mehr gegeben. Zudem entfalle die ortsverbindende Funktion, weil Senftenberg über die Kreisstraße und andere Parallelstraßen schneller erreicht werden könne. Laut Bürgermeister Zenker gibt es keinen wirtschaftlichen Grund mehr, diese Straße weiter zu unterhalten. Angesichts der Bevölkerungsentwicklung könne sich das Großräschen nicht mehr leisten.

Der Abgeordnete Karl-Heinz Wahren (CDU) befürchtet, dass nach diesem Signal aus Großrä schen an die LMBV die nun scheinbar nicht mehr gebrauchte Straße gänzlich zurückgebaut wird. Speziell für die Freienhufener Bürger wäre dies aus Sicht des Ortsvorstehers nicht nachvollziehbar.

Am Ende einigten sich die Mitglieder des Hauptausschusses auf den Kompromiss, dass Großrä schen durchaus bereit ist, das Teilstück mit einer Länge von rund 100 Metern auf Großräschener Gemarkung offen zu halten, wenn Senftenberg innerhalb des Bebauungsplanverfahrens die Nutzung des Großteils des Weges als Betriebsstraße sicherstellt. Es bleibt aber dabei, dass das Hauptstück aus der Baulastträgerschaft der Stadt Großräschen entfallen soll. “Wir wollen die Straße nicht mit Macht schließen„, erklärt Bürgermeister Zenker abschließend. Es sei aber an der Zeit, die Verantwortung an die richtige Stelle zurückzugeben.