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| 18:40 Uhr

In Großräschen ist die Wanne voll
Großräschen macht die Leinen los

Nach dem Kommando „Riemen hoch“ und dem Abstoßen vom Steg sticht die Schulkutter-Crew vor den Augen der Hafenfestbesucher erstmals in den Großräschener See. Mit an Bord: Bürgermeister Thomas Zenker, der auf praktische Erfahrungen aus seiner Seesport-Zeit zurückgreifen kann.
Nach dem Kommando „Riemen hoch“ und dem Abstoßen vom Steg sticht die Schulkutter-Crew vor den Augen der Hafenfestbesucher erstmals in den Großräschener See. Mit an Bord: Bürgermeister Thomas Zenker, der auf praktische Erfahrungen aus seiner Seesport-Zeit zurückgreifen kann. FOTO: Uwe Hegewald
Großräschen. Darauf haben die Großräschener seit Jahren see(h)nsüchtig gewartet: Das Wasser ist endlich da, das Hafenbecken ist vollgelaufen und der stadteigene Schulkutter erlebt seinen ersten Stapellauf. Das Erreichen des Flutungsendes ist mit einem Hafenfest gefeiert worden. Von Uwe Hegewald

Kohlestadt war gestern. Seestadt ist heute. Da wundert es auch nicht, dass Großräschen jetzt einen eigenen Schulkutter besitzt. Und der hat pünktlich am Sonntag um 14.25 Uhr eine Handbreit Wasser unterm Kiel.

Mit 13-köpfiger Besatzung sticht er anlässlich des Hafenfestes in See. Zur Erst-Besatzung gehört auch Bürgermeister Thomas Zenker (SPD), der sich für seine Stadt bei der Jungfernfahrt ordentlich mit in die Riemen legt. Eine 65 000 Euro-Spende des ortsansässigen Unternehmens Voigt & Schweitzer Lausitz GmbH hat den Kutter-Bau in Wiek auf Rügen ermöglicht. Eine Seesport-Arbeitsgemeinschaft ist an Großräschens Oberschule bereits im Aufbau. Mit dem Kutter soll es gelingen, an die Seesport-Traditionen anzuknüpfen, die es bis in die 1970er-Jahre in Großräschen gab.

Der 1967 gegründeten Schiffsmodellbauverein Großräschen hat Segelboote, Schlachtschiffe, Renn- und Polizeiboote zum Hafenfest mitgebracht.
Der 1967 gegründeten Schiffsmodellbauverein Großräschen hat Segelboote, Schlachtschiffe, Renn- und Polizeiboote zum Hafenfest mitgebracht. FOTO: Uwe Hegewald

Anders als bei der Titanic, bei der die Kapelle bis zuletzt musizierte, leistete der Großräschener Fanfarenzug den musikalischen Auftakt zum Hafenfest, mit dem das Erreichen des Endwasserstandes gefeiert wurde.

Der Männergesangsverein aus Altdöbern sorgte für maritime Klänge. Drei Großräschener Sänger gehören dazu.
Der Männergesangsverein aus Altdöbern sorgte für maritime Klänge. Drei Großräschener Sänger gehören dazu. FOTO: Uwe Hegewald

Aus dem fernen Westerhever (Nordsee) sind Gunda und Lars Schütt ans Binnengewässer gereist. Nahe St. Peter-Ording betreibt das Paar eine Sandskulpturenwerkstatt – und das mit einer Hingabe, die es ihnen erlaubt professionelle Workshops anzubieten. „So weit im Süden waren wir mit unseren Sandburgen-Projekten noch nie. Aber die 600 Kilometer weite Anreise hat sich gelohnt“, beteuern die Schütts.

Früh übt sich, wer ein professioneller Sandburgenbauer werden will: Der elfjährige Moritz hat den Bogen raus.
Früh übt sich, wer ein professioneller Sandburgenbauer werden will: Der elfjährige Moritz hat den Bogen raus. FOTO: Uwe Hegewald

Dass bei einer Fülle musikalischer und künstlerischer Momente ebenso kulinarische Augenblicke nicht fehlen dürfen, war für den ambulanten Fischhandel Markus Fiedler Ansporn, erstmals Großräschener Fischbrötchen anzubieten. „Einheimische, frisch aufgebackene Brötchen und erlesener Meeresfisch harmonisieren vortrefflich miteinander“, so Gerda Dabrowski. Seit 1992 steht die Senftenbergerin für den in Woschkow (Stadt Großräschen) ansässige Fischwaren-Händler in Diensten.

Die Räschener Fischbrötchen wird es auch beim großen Hafenfest im nächsten Sommer geben, wenn der Großräschener See für Freizeitkapitäne schiffbar ist. Spätestens dann sollte auch für den akuten Parkplatznotstand eine Lösung gefunden sein.