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| 18:11 Uhr

Nach Bronzetafelklau vor einem Jahr
Großräschen ersetzt gestohlene Gedenktafeln

Am Großräschener Denkmal für die Opfer von Krieg und Gewalt sind jetzt die vor einem Jahr gestohlenen Tafeln wieder ersetzt - aus Kunstharz.
Am Großräschener Denkmal für die Opfer von Krieg und Gewalt sind jetzt die vor einem Jahr gestohlenen Tafeln wieder ersetzt - aus Kunstharz. FOTO: LR / Catrin Würz
Großräschen. Um Metalldiebe fern zu halten, sind die Platten nicht mehr aus Bronze, sondern aus Kunstharz gefertigt. Das erkennt man kaum. Von Catrin Würz

Eine Serie von dreisten Metalldiebstählen, bei denen die Täter wertvolle Kunstobjekte offenbar nur wegen ihres Materialwertes von ihren Sockeln abmontierten, hat in den vergangenen Jahren immer wieder die Region erschüttert. In Senftenberg wurden unwiederbringliche Bronzeguss-Plastiken von Ernst Sauer, Jürgen von Woyski und Siegfried Krepp aus Parkanlagen und vor Gebäuden gestohlen.

In der Stadt Großräschen entwendeten unbekannte Täter vor gut einem Jahr drei Bronzetafeln mit Inschriften vom Denkmal für die Opfer von Krieg und Gewalt an der Allee der Steine. „Eine schändliche Tat“, sagt Bürgermeister Thomas Zenker (SPD). Doch nun hat die Stadt Großräschen den Verlust der drei Gedenktafeln seit Kurzem geheilt. „Die Platten mit den Inschriften sind ersetzt“, bestätigt der Bürgermeister. Allerdings wurden die Schrifttafeln, unter anderem mit einem Zitat von Immanuel Kant, nun nicht mehr aus Bronze, sondern aus gefülltem Kunstharz gefertigt. „Wir hoffen, dass wir damit erneuten Diebstählen vorbeugen können“, so Zenker.

Auch in Senftenberg ist schon darüber diskutiert worden, ob die aus dem öffentlichen Raum verschwundenen Kunstobjekte durch Repliken aus weniger wertvollem Material ersetzt werden sollten. Großräschen ist diesen Schritt nun ein erstes Mal gegangen – und ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die neuen Gedenktafeln sind – ebenso wie die bronzenen Originale zuvor – mit erhabenen Schriftzeichen gestaltet und anschließend mit einem Bronzelaminat versehen. Der Unterschied zu einer Metallplatte ist mit bloßem Auge kaum zu erkennen, erst das Klopfen auf dem Material bringt die Wahrheit ans Licht. „Die Platten sehen sehr originalgetreu aus und sind sehr würdevoll“, so schätzt es Thomas Zenker ein.

Das Denkmal, das 1970 zur Ehrung der Verfolgten des Naziregimes errichtet und seit 2002 in Erinnerung an alle Opfer von Krieg und Gewalt erneuert wurde, ist nun wieder vollständig. Eine erste Gedenkveranstaltung an diesem Ort plant Großräschen zum Volkstrauertag.