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| 01:04 Uhr

Großräschen atmet auf: Feuerteufel ist gefasst

Großräschen.. Die Nerven bei den Kameraden der Feuerwehr in Großräschen liegen seit Wochen blank. Kaum ein Tag vergeht, an dem es nicht irgendwo im Stadtgebiet oder in den angrenzenden Wäldern zündelt. Der Klang der Sirene schreckt die Räschener längst nicht mehr auf. Andrea Budich

Fast täglich ist sie tagsüber oder zu nachtschlafender Zeit zu hören. Ein Serien-Brandstifter hält die Stadt in Atem.
Der Spuk hat ein Ende. Eine speziell gebildete Ermittlungsgruppe der Polizei konnte in dieser Woche einen 25-jährigen Mann, der im Bereich Großräschen wohnt, als Tatverdächtigen überführen. Der junge Mann ist psychisch krank. Er liebt das Feuer, die Flammen, den Geruch verkohlten Grases, das Heulen der Sirenen. Diese krankhafte Störung, die ihn immer wieder zum Feuer zieht, ist von ihm nicht mehr kontrollierbar, so Polizeisprecher Peter Boenki auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Zum eigenen Schutz wurde der Tatverdächtige nach den polizeilichen Ermittlungen und Verhören in eine geschlossene Psychiatrie überwiesen. Über seine Schuld oder Unschuld wird nach der Anklage durch den Staatsanwalt Justitia zu befinden haben. Zu erwarten hat er laut Aussage von Boenki ein Strafmaß zwischen einem und zehn Jahren. Brandstiftung ist kein Kavaliersdelikt, sondern erfüllt den Straftatbestand eines Verbrechens. Erste Ermittlungen des Kommissariats für besondere Delikte im Polizeischutzbereich Senftenberg lassen darauf schließen, dass etwa zwei Drittel der Brände im Großräschener Raum Brandstiftung waren.
Auch der Polizei fällt nach diesem Ermittlungserfolg zu Wochenbeginn ein Stein vom Herzen. „Wir sind froh, die im Großräschener Raum zusammengezogenen Kräfte jetzt endlich wieder anderweitig einsetzen zu können“ , so Boenki. Nach dem Brandstifter in Lauchhammer konnte damit in diesem Jahr in Großräschen bereits dem zweiten Serien-Brandstifter im Altkreis Senftenberg sein brenzliges Handwerk gelegt werden.