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Großkoschener sorgen für rundes Osterfeuer

Trotz eines kühlen Abends sind viele Gäste zum lodernden Osterfeuer nach Großkoschen gekommen.
Trotz eines kühlen Abends sind viele Gäste zum lodernden Osterfeuer nach Großkoschen gekommen. FOTO: Steffen Rasche/str1
Großkoschen. Nach einem Jahr Pause haben die Großkoschener wieder ein Osterfeuer angezündet. Am neuen Standort etwa auf halber Strecke zwischen der Bundesstraße 96 und dem Koschener Kanal. Torsten Richter-Zippack / trt1

"Eigentlich ist uns empfohlen worden, das Feuer direkt an der Bundesstraße zu entzünden. Doch das mussten wir ablehnen", erklärt Ortswehrführer Detlef Lucas. Die Kameraden befürchteten, dass starke Rauchentwicklung die Sicht auf der Verkehrsader behindern und Unfallgefahren verursachen könnte.

Deshalb wird der gewaltige Reisighaufen am Sonnabend etwa 100 Meter weiter östlich aufgeschichtet. Traditionell ist der einer der größten in der Region.

Pflaumenbaum dahingerafft

Ohne Radlader geht dabei gar nichts. Wilfried Schmidt hat mit dem Fahrzeug alle Hände voll zu tun und mal hier die Äste zusammen- und mal dort einen voll mit Schnittgut beladenen Treckerhänger leerzuschieben. Beispielsweise den von Helmut Ruhland aus Kleinkoschen. "Ich bin schon zum zweiten Mal hier. Der jüngste Sturm hat leider unseren Pflaumbaum entschärft. Daher wandert er gleich ins Osterfeuer", berichtet Helmut Ruhland.

Die Kameraden der Großkoschener Feuerwehr schauen ganz genau hin, wer was zum Osterfeuerplatz transportiert. "Nur möglichst trockene Zweige und Äste", sagt Detlef Lukas. Das sei nicht nur eine Auflage des Senftenberger Ordnungsamtes, sondern auch der Rücksichtnahme geschuldet. "Wir wollen weder in Groß- noch in Kleinkoschen jemanden ausräuchern", sagt der Wehrleiter. Vor ein paar Jahren hätten die Kameraden selbst alte Autoreifen und Batterien im Reisighaufen gefunden. "Das geht natürlich gar nicht", stellt Detlef Lukas fest.

Geordnete Anlieferung

Erst am Karsonnabend nehmen die Floriansjünger Material für das Osterfeuer entgegen. "Das machen wir ganz bewusst so", sagt der Wehrleiter. "Ansonsten könnten sich Igel, Vögel und weitere Tiere im Reisig verstecken. Kein Mensch will, dass die dann mit verbrennen." Nicht zuletzt werde so dem vorzeitigen Abbrennen entgegengewirkt, wie es alljährlich in manchen Dörfern passiere.

Für den Notfall gerüstet

Gegen 19 Uhr zündet Kamerad Lutz Goller den inzwischen mehrere Meter hohen Haufen, den Wilfried Schmidt mit seinem Radlader kurz zuvor rund geschoben hat, an. Dazu dient eine lange Fackel mit einem Lappen, der eine brennbare Flüssigkeit enthält. Falls doch etwas passieren sollte, haben die Koschener Floriansjünger gleich vorgesorgt. Über einen Schlauch kann im Notfall aus der nahen Schwarzen Elster direkt das Löschwasser gepumpt werden.

Detlev Lukas rechnet indes mit mehreren hundert Gästen, darunter auch zahlreichen Touristen aus dem nahen Familienpark am Senftenberger See. In Spitzenzeiten haben bis zu 500 Leute das Großkoschener Osterfeuer besucht. Sie genießen neben dem Tanz der Flammen ebenso die berühmten Koschener Quirlfett-Stullen aus Schweinebauch. Aufgrund der niedrigen Temperaturen wird an diesem Ostersonnabend auch Glühwein ausgeschenkt und das Feuer nach Mitternacht gelöscht. Für die Feuerwehrleute ist die Schicht erst gegen 3.30 Uhr am frühen Ostersonntag beendet. Und lange schlafen dürften die Kameraden auch nicht. Denn bereits um 9 Uhr steht die Müllentsorgung rund um die Brandstelle an. Nach den Feiertagen werden die Rückstände des Lausitzer Osterbrauches bei Großkoschen noch fachgerecht beräumt. "Unser Osterfeuer ist schon eine runde Sache", resümiert Wehrleiter Lukas. Auch im nächsten Jahr soll es wieder eines geben. Der Termin steht bereits: am 26. März.