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| 11:57 Uhr

Seenland-Tage
Großkoschen startet mit Handicap in die neue Saison

Enrico Zahn (l.) bringt den neugierigen Besuchern der Seenlandtage das Stand up Paddling bei. Im Bild zeigt sich Lukas Oehme (12) aus Neukirch/Lausitz als Naturtalent.
Enrico Zahn (l.) bringt den neugierigen Besuchern der Seenlandtage das Stand up Paddling bei. Im Bild zeigt sich Lukas Oehme (12) aus Neukirch/Lausitz als Naturtalent. FOTO: Peter Aswendt
Großkoschen. Der Dorfanger bleibt in der ganzen Saison eine Großbaustelle. Das Hafencamp bietet attraktive Freizeitangebote. Von Peter Aswendt

Das Lausitzer Seenland ist am Wochenende in die neue Saison gestartet. Auch der Ferienort Großkoschen am Senftenberger See hat sich für seine Besucher gerüstet. Strand, Amphitheater und Hafencamp warten auf ihre Gäste. Kleiner Wermutstropfen in diesem Jahr ist die Baustelle am Dorfanger, die viele Pensionen vom Touristenstrom abschneidet.

Die Neugestaltung des Dorfangers schlägt mit circa 1,2 Millionen Euro zu Buche. Das Bauvorhaben wird durch das Land Brandenburg aus den europäischen Töpfen der ländlichen Entwicklung gefördert. Die heftigen Diskussionen im Vorfeld haben den Baustart mehrmals verzögert. Resultat:

Das Dorfzentrum von Großkoschen hat in der Hauptsaison eine Baustelle. Viele Pensionsbesitzer und Zimmervermieter sind darüber nicht erfreut.

Dass es ein Unmut hinter vorgehaltener Hand ist, zeigt sich darin, dass viele nicht genannt werden wollen und schon gar nicht per Foto in der Zeitung erscheinen wollen – aber es brodelt. Zwar werden die beiden Straßen links und rechts des Angers nacheinander saniert, aber gerade auf der Seite, wo sich die Pensionen befinden, geht es laut Plan im Juli richtig los.

„Wir haben noch Glück, dass wir eine Zufahrt über unseren hinteren Teil des Grundstückes haben“, erzählt Gerda Mayer, die Ferienzimmer anbietet. Die Tochter Beate Müller fügt hinzu: „Es wäre schön, wenn wir über terminliche Abläufe zum Bau informiert werden würden, dann könnten wir im Vorfeld unsere Gäste informieren.“ Gerda Mayer hat den Plan, ihre Gäste mit dem Auto am Bäcker in Großkoschen halten zu lassen und dann persönlich zum Hintereingang des Gartens zu lotsen. Alles Notlösungen, die, so hoffen die Gastgeber aus Großkoschen, die Urlauber nicht verärgern werden.

Ein ganz anderes Problem wirft Familie Lorenz auf: „Es wurde gar keine Bestandsaufnahme der alten Häuser vor Baubeginn gemacht“, gibt Jürgen Lorenz zu bedenken. Viele Häuser sind in den 1920er-Jahren gebaut worden: „Die Fundamente sind aus Lehm und Koschenbergsteinen“, so der Hauseigentümer. „Die Bagger fahren einen Meter an unserem Haus vorbei, keiner weiß, was die Vibrationen anrichten.“ Baulärm ist ebenfalls eine unkalkulierbare Größe für die Vermieter: „Wenn sich jemand bei uns erholen will und dabei jeden Tag in der Woche Baulärm ertragen muss, kann sich das auf die Buchungen im nächsten Jahr auswirken“, gibt Beate Müller zu bedenken.

Neben den vielleicht noch kalkulierbaren Bauabschnitten ist die Archäologie ein unkalkulierbarer Zeitfaktor. Direkt vor der Pension „Alte Mühle“ klafft ein großes Loch, welches alte Balken und Reste einer Feuerstelle sichtbar macht. Direkt auf dem Dorfanger sind die Archäologen aus Brandenburg an der Havel ebenfalls fündig geworden, weiß Heike Lorenz: „Es wurden Feuersteinspitzen aus der Bronzezeit gefunden und auch Feuerstellen“, zeigt sie stolz die Handyfotos

Dass die Grabungen vor den Baumaßnahmen kommen, ist hier jedem klar. Wie sie die Baumaßnahmen verzögern, kann keiner sagen.

Der Großkoschener Strand mit seiner Gastronomie ist bereit für die Gäste. Extra für die Besucher der Seenlandtage hat Gastwirt Matthias Schwedler von der Seelounge sein Angebot erweitert: „Wir habe nur für dieses Wochenende Schnitzel und Spargel im Angebot und bei den Cocktails einen leckeren Erdbeermojito“, so der Gastwirt, der auf die vielen Fahrradfahrer zu den Seenlandtagen baut.

Im Hafencamp in Großkoschen ist man indessen wegen dem herrlichen Frühling bester Laune: „Endlich mal Seenlandtage mit Sonnenschein“, freut sich Manuela Zahn, Inhaberin von Expeditours, die sich mit allerlei Wasseraktivitäten einen Namen gemacht haben. Highlight am Hafencamp ist das Stand up Paddling. Stehend auf einem Surfbrett und dann paddeln was das Zeug hält.

„Wir haben Interessenten von sechs bis 60 Jahren“, bestätigt Enrico Zahn die Nachfrage. Extra zu den Seenlandtagen ist Familie Oehme aus Neukirch/Lausitz angereist. „Das Programm haben wir in der Zeitung gelesen und wollten uns mal schlau machen, was es Neues gibt“, erzählen beide. Sohn Lukas nutzt gleich mal die Möglichkeit und zeigt seinen Eltern seine Fähigkeiten auf dem Wasser beim Stand up Paddeln.

 

Das breite Angebot der diesjährigen Seenlandtage sorgte natürlich auch für eine große Verteilung der Besucher, sodass viele Angebote überschaubaren Zuspruch hatten. „Für uns ist es mehr ein Tag der offenen Tür, weniger ein Event“, zeigt sich Manuela Zahn aber trotzdem sehr zufrieden mit den Tagen. Das Hafencamp in Großkoschen ist jedenfalls gerüstet, um dem Seenlandtouristen attraktive Freizeitmöglichkeiten zu bieten.