Der Großkoschener Klaus Hirsch wundert sich seit Tagen: „Ich habe das Gefühl, der Koschenberg wird derzeit kahl geschlagen. Der Wald verschwindet einfach. Soll jetzt etwa der Steinbruch vergrößert werden?“
Das wird er definitiv nicht, versichert Matthias Zeipert, Technischer Leiter Ost der Hartsteinwerke Bayern-Mitteldeutschland als Zweigniederlassung der Basalt-Actien-Gesellschaft. Das Unternehmen ist Inhaber des Steinwerkes am Koschenberg. Tatsächlich, so erklärt Zeipert, werde aktuell intensiv zwischen Koschenberg-Krater und der Wohnbebauung unweit des Sportplatzes geholzt. „Es handelt sich um reine forstliche Maßnahmen“, erklärt der Experte. Diese sollten bereits im Frühsommer beginnen. Durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie konnte allerdings erst jetzt im Juli gestartet werden.

Im Herbst wird neuer Wald in Großkoschen gepflanzt

Zunächst werden das Käferholz und windbruchgeschädigte Bäume entfernt und aus den Beständen heraus geschafft. Lokal sei mit erheblichen Waldverlusten zu rechnen. Allerdings nur für eine bestimmte Zeit. Denn bereits im kommenden Herbst solle auf diesen Flächen ein neuer Wald angepflanzt werden, kündigt Matthias Zeipert an. Die Arbeiten würden durch eine Brandenburger Forstfirma ausgeführt.
Hauptziel sei die Wiederherstellung eines Schutzwaldes, der den Steinbruch von der Ortslage Großkoschen abschirmt. Dieses Projekt, so erklärt Zeipert weiter, sei zukunftsweisend, da es seine Wirkung in den kommenden Jahrzehnten entfalten werde.

Grauwacke bei Großkoschen reicht noch 75 Jahre

Der Koschenberg besaß ursprünglich eine Höhe von 176 Metern über Normalnull. Seit vielen Jahrzehnten wird dort Grauwacke abgebaut. Pro Jahr kommt eine Menge von rund 1,8 Millionen Tonnen zusammen. Für das rund 80 Hektar große Areal existiert eine derzeit noch absehbare Restlaufzeit von rund 75 Jahren, erst dann könnten die Vorräte wohl erschöpft sein.
Der Abbaubereich, so kündigt Matthias Zeipert an, werde auch künftig nicht die Umgehungsstraße um den Koschenberg überschreiten. Stattdessen bewege sich die Förderung in die Tiefe. Ist die Förderstätte komplett abgebaut, werde ein mit Wasser gefülltes Restloch zurückbleiben.