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| 17:53 Uhr

Großes Halloween-Spektakel wirft Schatten voraus
Gruselige Nachbarschaft in Ruhland

Nachbarinnen vereint im Gruselfieber: Julia Schneider (rechts neben dem Gespenst) und Beatrice Harnath mit ihrem Sohn Lennox haben den größten Spaß an Halloween. Sie schmücken ihre Vorgärten mit Geistern und Gerippen. Das ist längst zu einer kleinen Attraktion in Ruhland geworden.
Nachbarinnen vereint im Gruselfieber: Julia Schneider (rechts neben dem Gespenst) und Beatrice Harnath mit ihrem Sohn Lennox haben den größten Spaß an Halloween. Sie schmücken ihre Vorgärten mit Geistern und Gerippen. Das ist längst zu einer kleinen Attraktion in Ruhland geworden. FOTO: LR / Catrin Würz
Ruhland. Das Städtchen wird alljährlich zu Halloween zur Hochburg für Geister, Hexen und andere Spukgestalten. Zwei junge Familien leben das schaurige Grauen ganz besonders intensiv aus. Von Catrin Würz

Das ist nichts für schwache Nerven: Wenn sich in Ruhland die Dunkelheit über die Theodor-Schmidt-Straße legt, wird dort eine Angst einflößende Welt lebendig. Auf dem Mini-Geisterfriedhof im Vorgarten von Haus Nummer 6 entzünden sich wie durch Geisterhand die Grablichter, während sich zwei Gerippe am flackernden Lagerfeuer wärmen. Fette, behaarte Riesenspinnen krabbeln die Hauswände nach oben und plötzlich ist auch noch das Geheule der durch die Luft fliegenden Geisterwesen zu hören. Huuuh huuuuaah. Vorbei eilende Straßenpassanten erschaudern und beschleunigen sogleich ihre Schritte. . .

„Ach, von wegen. Die Leute kommen doch extra gucken und fotografieren sogar“, sagt Beatrice Harnath lachend. Die 36-Jährige hat die gruselige Dekoration in ihrem Vorgarten in diesem Jahr perfektioniert und ist auf diese Weise zur Attraktion im Kleinstädtchen geworden. Denn die junge Mama und ihre ganze Familie ist vom Halloween-Virus infiziert. Erst vor vier Jahren ist sie mit ihrem heutigen Ehemann Tobias Harnath in das Häuschen in Ruhland gezogen und hat zum ersten Mal den großen Halloween-Straßenumzug des hiesigen Karnevalclubs erlebt. „Ich war sofort begeistert und wusste: Das ist voll mein Ding – sich Grauen erregend verkleiden und herumspuken“, erzählt sie heute. Schon ein Jahr später war sie mit Familie und Freunden selbst in geisterhafter Verkleidung beim Umzug dabei. „Und in diesem Jahr gestalten wir nun zum ersten Mal einen eigenen Umzugswagen.“ Die ganze Familie ist dafür eingespannt. Bruder Maik Pohling hat das Gespann samt Zugmaschinen-Traktor besorgt. Das Gefährt wird grausig-unheimlich mit Gespensterdeko und falschen Spinnweben geschmückt und dann am 31. Oktober im größten Halloween-Umzug Brandenburgs durch die Straßen der Stadt gezogen. Mehr als 3000 Besucher sind alljährlich - als Hexen, Henker, Zombies und andere Spukgestalten verkleidet – bei diesem Straßenumzug dabei. „Wir freuen uns schon monstermäßig darauf“, sagt Beatrice Harnath, die an diesem Tag ihre ganze Familie auf Grusel schminkt.

Die Leidenschaft für Furcht erregende Verkleidungen, etwas Horror und morbide Atmosphäre teilt die gelernte Rechtsanwaltsfachangestellte übrigens mit ihrer Nachbarin Julia Schneider. Die Mama von zwei Kindern wohnt Zaun an Zaun mit den Gruselfans aus Haus Nummer 6 und ist mindestens genauso Halloween-verrückt. Auch bei ihr spuken im Garten Gespenster durch die Bäume und flackert ein Geister-Irrlicht im Beet. Als Physiotherapeutin hat die 34-Jährige sowieso schon immer mit einem Skelett zu Studienzwecken „zusammengewohnt“, erzählt Julia Schneider schmunzelnd. In den Tagen vor Halloween wird es schaurig hergerichtet und winkt aus dem Fenster zur Straße.

Beim Karnevalclub Ruhland ist man indes begeistert davon, wie sich die beiden Nachbarsfamilien zu Halloween für die gruselige Sache ins Zeug legen. „Das ist ganz toll und die beste Werbung für uns“, freut sich Sigurd Höntsch vom Karnevalsclub Ruhland.