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| 18:30 Uhr

Senftenberg
Großes Bibbern ohne Kälterekord

Eine dünne Eisschicht überzieht den Senftenberger See, Schilf und einzelne Äste. In der Nacht sollen die Temperaturen auf minus 13 Grad Celsius runter gehen. Auch am Tag liegen die Höchstwerte bei minus 8 Grad Celsius.
Eine dünne Eisschicht überzieht den Senftenberger See, Schilf und einzelne Äste. In der Nacht sollen die Temperaturen auf minus 13 Grad Celsius runter gehen. Auch am Tag liegen die Höchstwerte bei minus 8 Grad Celsius. FOTO: Josephine Japke / LR
Senftenberg. Nachttemperaturen von minus 13 Grad Celsius haben Senftenberger See noch nicht gefrieren lassen. Meuroer Gewächshaus ist zu kalt für Frühblüher. Im Tierpark werden Gehege beheizt. Von Josephine Japke

„Still und starr ruht der See“ gilt momentan nur für den Teich im Schlosspark Senftenberg. Denn der Senftenberger See ist noch weit davon entfernt, komplett mit Eis überzogen zu sein. Wer endlich die Schlittschuhe hervorholen will, wartet wohl vergebens: Zwar sind die Ufer zugefroren, mehr als einen Stein kann die Eisdecke aber nicht tragen. Und nächste Woche soll es wieder wärmer werden.

„Es müssen über einen längeren Zeitraum tiefe Nachttemperaturen und Windstille herrschen. Das haben wir erst seit ein paar Tagen und das reicht nicht, um den See gefrieren zu lassen“, erklärt Dana Hüttner vom Zweckverband Lausitzer Seenland. Trotzdem müssen Vorkehrungen getroffen werden, um die Anlagen rund um den Hafen und am Ufer zu schützen. „Wir kontrollieren die Dicke der Eisschicht und müssen ab einer gewissen Eisdicke in bestimmten Bereichen freischneiden, um Ufer und Anlagen nicht zu gefährden. Doch momentan ist noch kein Handlungsbedarf“, sagt sie.

Auch wenn es unserem Kälteempfinden widerspricht: Nächtliche Temperaturen von minus 13 Grad Celsius und Tageshöchstwerte von minus acht Grad Celsius sind noch lange kein neuer Kälterekord, bestätigt auch Rudolf Kupfer. „2016 wurden in Klettwitz minus 22,6 Grad Celsius gemessen und in den 50er-Jahren war es sogar noch kälter“, bestätigt der Wetterexperte. Er sorgt sich nicht um Menschen, sondern um Tiere und Pflanzen, die dem Frost ausgesetzt sind. „Dadurch, dass kein Schnee liegt, haben viele Pflanzen keinen Schutz mehr und erfrieren“, sagt Rudolf Kupfer.

Davon kann auch Katrin Kniep ein Lied singen. Im Gartenbaubetrieb Gerald Kniep in Meuro leiden die bunten Blumen unter der Eiseskälte. „Unsere Blumen brauchen mindestens fünf Grad Celsius. Wir schaffen es aktuell gerade so, unsere Heizungsanlage frostfrei zu halten, denn alles weitere ist zu teuer“, erklärt Katrin Kniep und zeigt auf das leere Gewächshaus. Sie macht sich Sorgen, dass durch die späte Kälte viele die erste Bepflanzung ganz auslassen und dadurch Einnahmen einer ganzen Saison fehlen.

Den Bewohnern des Senftenberger Tierparks macht die Kälte hingegen nicht ganz so viel aus, wie den Blumen. Obwohl nur die wenigsten von ihnen ein dickes Winterfell entwickeln, weshalb viele der Gehege auf den ersten Blick wie leer gefegt sind. „Anders als die Varis, die ab und an draußen mal nach dem Rechten sehen, haben sich die Kattas seit Wochen nicht mehr draußen blicken lassen. In ihrem Häuschen haben sie mollige 20 Grad Celsius und da fühlen sie sich wohl.“, erklärt Tierpfleger Siegmar Siewert.

Weil sich die Tiere zurückziehen, haben die Angestellten des Tierparks in den Außengehegen zwar weniger zu tun. Dafür muss die Arbeit umso besser geplant sein. „Die Käfige müssen ja trotzdem saubergemacht und die Tiere gefüttert und getränkt werden. Aber das können wir beispielsweise nicht direkt morgens machen, weil Futter und Wasser sonst einfrieren würden“, sagt Siegmar Siewert. Er zeigt auf den Trog der Wildschweine, deren Fressen beinahe fest gefroren ist.

Damit es den Tieren aus subtropischen Gefilden gut geht, werden ihre Gehege beheizt. „Coco und Felix, unsere beiden Aras, haben im Innenbereich eine Heizung und eine Rotlichtlampe, unter der sie sich wärmen können“, erklärt der Tierpfleger. Doch die beiden bunt gefiederten Vögel können sich freuen: Ab nächster Woche sollen die Temperaturen wieder über den Gefrierpunkt steigen. Dann können sie ihre Schnäbel in die Sonne halten.

Die beiden Aras Coco und Felix mögen die Eiseskälte im Tierpark Senftenberg nicht sonderlich und verkriechen sich lieber unter die wärmende Rotlichtlampe und Heizung in ihrem Vogelhaus.
Die beiden Aras Coco und Felix mögen die Eiseskälte im Tierpark Senftenberg nicht sonderlich und verkriechen sich lieber unter die wärmende Rotlichtlampe und Heizung in ihrem Vogelhaus. FOTO: Josephine Japke / LR