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Großer Zulauf für Wehlenteich-Bündnis

Die Sperrzone um den Wehlenteich ist plötzlich bis an die Grundstücke der Anlieger der Windmühlenstraße in Lauchhammer-Ost herangerückt. Mit den Eigentümern der Grundstücke haben bisher weder die Stadt noch die Bergbausaniererin gesprochen.
Die Sperrzone um den Wehlenteich ist plötzlich bis an die Grundstücke der Anlieger der Windmühlenstraße in Lauchhammer-Ost herangerückt. Mit den Eigentümern der Grundstücke haben bisher weder die Stadt noch die Bergbausaniererin gesprochen. FOTO: Birgit Heller
Lauchhammer. Mit 1500 Unterschriften wird die Forderung nach einer nachhaltigen Sanierung des Wehlenteiches in Lauchhammer-Mitte nunmehr bereits bekräftigt. Die ersten drei haben Naturschützer Werner Blaschke, Angelfreund Lutz Tupaj und der Landtagsabgeordnete Ingo Senftleben (CDU) geleistet. KaWe

Die Bürgeraktion für den Erhalt des Wehlenteiches wird auch von den Anwohnern der Windmühlenstraße in Lauchhammer-Ost unterstützt. Denn klammheimlich waren die Sperrschilder der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) rückwärtig des Wehlenteiches bis an ihre Grundstücke herangerückt worden. "Darüber gesprochen, was hier eigentlich los ist, hat mit uns keiner", bestätigen Siegfried und Birgit Heller und zahlreiche Nachbarn. Und die sind sauer.

Der favorisierte Sanierungsplan der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft beinhaltet das Verfüllen des Gewässers. Das gesammelte Oberflächenwasser soll über einen Graben abgeführt werden. Mit der Stadt Lauchhammer bestehe dazu Einigkeit, hat Sanierungsbereichsleiter Manfred Kolba versichert.

In die Senke, in der bereits seit dem Jahr 1820 und damit vor dem Kohleabbau nachweislich ein Wehlenteich existierte, fließt naturgemäß das Oberflächenwasser aus den Wohngebieten an der Naundorfer Straße und auch der Windmühlenstraße. Die Anwohner befürchten nun, dass die rein bergtechnische Sicht auf das Bannen von Rutschungsgefahren ihnen letztlich vernässte Grundstücke beschert. Der bange Blick weist auf Hosena, einem Ort mit äußerst schwierigen Wasserverhältnissen. Eine Gemenge-Lage, die die Bürger völlig überfordert, ist hier entstanden. Der Grundwasserwiederanstieg, Schichtenwasser und eine alles andere als reibungslos funktionierende Oberflächenentwässerung setzen Flächen und Keller unter Wasser. Rund um Hosena sind oder werden noch viele kleine Restlöcher mit einem Rütteldamm-Gürtel hermetisch gegen das Eindringen von Wasser abgeriegelt, um Rutschungsgefahren zu bannen. Den Nachweis, dass Rückstau-Erscheinungen und Vernässungen selbst auf historisch immer staubtrockenen Grundstücken nicht daraus resultieren, hat den Eigentümern noch keiner erbracht. Vielmehr schlagen sie sich mit den Problemen allein herum. Wachsam und vorsorglich fordern die Anwohner der Windmühlenstraße in Lauchhammer deshalb: "Wir erwarten, dass die Stadt nicht automatisch nur der aus bergtechnischer Sicht besten Sanierungsvariante zustimmt. Wir brauchen die nachhaltigste Lösung für unsere Stadt. Denn wir Bürger müssen dauerhaft mit dem Ergebnis leben können", bekräftigt Birgit Heller im Namen der Anwohner. Die Hauseigentümer an der Windmühlenstraße, deren Grundstücke teilweise auch auf der Kippe liegen, erwarten, dass sie endlich umfänglich informiert und Lösungen mit ihnen besprochen werden.

Zum Thema:
Der Arbeitskreis Lauchhammer/Tröbitz-Domsdorf des Braunkohleausschusses Brandenburg tagt am morgigen Mittwoch, dem 19. März, ab 15.30 Uhr im Rathaus Lauchhammer (Liebenwerdaer Straße/ Speisesaal). Themen sind das Arbeitsprogramm des laufenden Jahres im Sanierungsbereich und Varianten zur Eisenschlamm-Entsorgung. Die favorisierte Sicherungsvariante für den Wehlenteich (Restloch 35) soll laut Arbeitsplan bei einer Befahrung am 18. Juni erörtert werden.