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Großer Tag für Großräschen

In Großräschen ist gestern nach einjähriger Umbauzeit die Friedrich-Hoffmann-Oberschule eingeweiht worden. Bürgermeister Thomas Zenker. Schulleiterin Burgit Schulze, Schülersprecherin Julia Langhammer und Bildungsminister Holger Rupprecht (von links) an der kurz zuvor enthüllten Stele mit dem Namenszug.
In Großräschen ist gestern nach einjähriger Umbauzeit die Friedrich-Hoffmann-Oberschule eingeweiht worden. Bürgermeister Thomas Zenker. Schulleiterin Burgit Schulze, Schülersprecherin Julia Langhammer und Bildungsminister Holger Rupprecht (von links) an der kurz zuvor enthüllten Stele mit dem Namenszug. FOTO: Steffen Rasche
Großräschen.. Am ersten Ferientag hat Großräschen ein neues Schulkapitel eingeläutet: Die Stadt weihte gestern in der Seestraße 66 das moderne Gebäude der Oberschule ein. Aus der ehemaligen Berufsschule der Klinker- und Ziegelindustrie entstand das neue Domizil der Ganztagsoberschule. Sie trägt den Namen des Pioniers der Klinkerfertigung Friedrich Hoffmann. Von Bernd Töpfer

Für rund drei Millionen Euro wurden das aus Klinkersteinen gemauerte Gebäude saniert, ein Innenhof angelegt und die Klassenräume attraktiv gestaltet, so dass die Gäste der gestrigen Eröffnung nur so staunten. Diese Bedingungen habe sich die Schule verdient, lobte der aus Potsdam angereiste Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD) deshalb laut und kräftig. Damit erhalte eine Einrichtung neuen Schwung, die seit sieben Jahren das Konzept des praxisnahen Lernens in enger Kooperation mit Wirtschaftsunternehmen der Region verwirklicht, erklärte er zur Eröffnung in der Aula, zu der auch Vertreter der Wirtschaft gekommen waren und die von Darbietungen der Oberschüler umrahmt wurde.
Dass die Aula und vor allem die Fachkabinette Chemie und Informatik der Stolz der neuen Einrichtung sind, bekräftigte die Schulleiterin Burgit Schulze bei einem Rundgang durch das neue Gebäude. 52 Neuanmeldungen für das Schuljahr 2008/2009 liegen vor und beweisen, dass sich Konzept und Einrichtung auf einem sehr guten Weg befinden.
Dass der Weg keinesfalls eben und frei von großen Steinen war, verdeutlichte der Bürgermeister Thomas Zenker (SPD). Die Schullandschaft in Großräschen habe eine tiefen Umbruch hinter sich. Anfang der 90er-Jahre zählte die Stadt vier Grundschulen, eine Gesamtschule und ein Gymnasium. „Nach einer notwendigen Anpassung, die von einem kurzen und sachlichen Diskussionsprozess begleitet wurde, sind nunmehr zwei Grundschulen und eine Oberschule in Großräschen beheimatet“ , erklärte Thomas Zenker. Gleichzeitig sieht Zenker mit der Einweihung ein Schwerpunktprojekt innerhalb des regionalen Wachstumskerns Westlausitz vor der Erfüllung: Wir hatten unseren Schulstandort innerhalb des Gesamtkonzeptes ausgewählt.
Die Finanzierung des Gebäudes an der Seestraße ist mit Hilfe von Bundes- und Landesmitteln aus dem Stadtumbauprogramm und dem Ganztagsschulprogramm erfolgt. Darüber hinaus legte Großräschen aus dem Stadthaushalt eine halbe Million Euro dazu, um das aus dem Jahr 1953 stammende Gebäude umzubauen. Damit bleibt die ehemalige Berufsfachschule der Klinker- und Ziegelindustrie eine Schule. Seit 1990 war das Gebäude als Gymnasium genutzt worden.
Darüber hinaus denke die Stadt darüber nach, ein weiteres Gebäude aus diesem Ensemble zu kaufen, erklärte Zenker.

Zum Thema Friedrich Hoffmann
 Die Ganztagsoberschule führt den Namen Friedrich Hoffmann vom ehemaligen Gymnasium weiter. Der Ingenieur, Erfinder und Industrielle Friedrich Eduard Hoffmann (1818 bis 1900) hat bisher in Deutschland nur eine geringe Aufnahme in die Technikgeschichte gefunden. Er hat den Ringofen erfunden und damit die Herstellung der Ziegel revolutioniert. Er legte die Grundlage für gewaltige Bauleistungen in Deutschland.