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| 09:09 Uhr

Lausitzer Seenland
Großeinsatz am Stadthafen Senftenberg

Am Stadthafen sind die letzten Boote aus dem Senftenberger See gehievt worden.
Am Stadthafen sind die letzten Boote aus dem Senftenberger See gehievt worden. FOTO: Peter Aswendt
Senftenberg. Wegen einer Rutschung an der Insel ist die Bootssaison schon längst beendet. Ein Kranführer hievt die letzten Wassergefährte an Land. Von Peter Aswendt

Eine lange Autoreihe mit Bootsanhängern steht am Sonnabend an der Ostmole des Senftenberger Stadthafens. Die Boote werden an Land geholt.  „Wir haben den Hafen seit dem ersten Oktoberwochenende zum Einholen der Boote freigegeben“, sagt Hafenmeisterin Ulrike Herrmann. Viele der 150 Liegeplätze, davon 70 für Dauergäste, sind deshalb schon leer. Nur die letzten Optimisten und die größeren Boote, die ohne Technik nicht an Land bewegt werden können, liegen jetzt noch vor Anker.

„Bei uns können Boote bis zu zehn Meter andocken“, sagt Ulrike Herrmann. „Das längste Boot im Hafen misst um die neun Meter“, fügt sie hinzu. Das geht aufgrund der Größe und oft auch der Windverhältnisse nur mit einem Kran. „Wir machen das schon mehrere Jahre“, erklärt der Herr über den 70-Tonnen-Kran von Kranlogistik aus Schwarzheide, Niederlassungsleiter Silvio Scholz. Die Bootseigner werden eingewiesen, um die Gurte richtig anzubringen und die Kaimauer auf den Punkt anzusteuern. Hier hievt das schwere Gerät jedes Wassergefährt an Land.

Uwe Bauernfeind aus Großschönau soll eigentlich der Erste sein: „Wir sind zwar schon vier Jahre hier. Aber mit dem Kran gehen wir zum ersten Mal mit dem Boot aus dem Wasser“, zeigt sich der Freizeitkapitän etwas unsicher. „Der Wind macht uns beim klassischen Einholen über die Slipanlage immer Probleme, deshalb diesmal der Kran“, sagt er. Der Mann beruhigt sich etwas, als ihm dann ein Bootsanlieger aus Dresden anbietet, als Erster an den Haken zu gehen, „damit er mal sehen kann, wie das funktioniert“. Der Sachse ist mit seinem Boot von Mallorca nach Senftenberg umgesiedelt. Das Wasserfahrzeug der Cranchi-Klasse besitzt zwei Motoren mit je 270 Pferdestärken (PS). Der Eigner hofft auf die Öffnung des schiffbaren Wasserweges zum Partwitzer See im nächsten Jahr.

„Wir konnten den Jahrhundertsommer nur wenig nutzen“, bestätigt Michael Martin aus Hoyerswerda. Sein 3,5-Tonnen-Boot ist bei niedrigem Seewasserstand öfter mit der Schraube auf Grund gelaufen: „Was dem sensiblen Antrieb nicht unbedingt immer gut tut“, so der Bootseigner stirnrunzelnd.

„Wir müssen 98,30 Meter über Normalnull haben“, gibt die Hafenmeisterin zum Wasserstand Auskunft. „Zurzeit sind wir schon wieder bei 98,16 Metern“, zeigt sie sich optimistisch. Mit dem Wassermangel des Sommers hatte auch Frank-Frieder Schiefer aus Klettwitz zu kämpfen. Seit dem Jahr 2015 ist Senftenberg sein Heimathafen. Vorher lag er mit seinem Jollenkreuzer in Niemtsch vor Anker: „Die Fahrrinne wurde immer schmaler, das ist für uns Segler besonders problematisch“, sagt er Dass er das Schwert, das zur Stabilisierung des Seglers dient, bei Grundberührung einholen musste, schreckt ihn aber nicht ab.

Die acht Boote, die am Wochenende per Kran aus dem Wasser geholt werden, sind sicher an Land. Und die Hoffnung, mit dem Partwitzer See auch den dritten See des Lausitzer Seenlandes über die Kanäle von Senftenberg aus befahren zu können, macht schon jetzt Lust auf die nächste Wassersportsaison.