ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:37 Uhr

Verrückter Wettbewerb
Große Wassergaudi am Teich trotzt der Kälte

Auch die Verkleidung als Baywatch-Nixe half Björn Pawel (32) aus Kroppen nicht trockenen Fußes über den Teich.
Auch die Verkleidung als Baywatch-Nixe half Björn Pawel (32) aus Kroppen nicht trockenen Fußes über den Teich. FOTO: Mirko Sattler
Kroppen. Das Schlossteichradeln sorgt beim Dorffest in Kroppen für jede Menge Spaß. Die Teilnehmer des verrückten Wettbewerbes mussten allerdings bei der Premiere ziemlich hartgesotten sein. Von Mirko Sattler

Regen, Wind und eine Wassertemperatur knapp über der Lufttemperatur, die gerade noch etwas über zwölf Grad Celsius anzeigte: Dennoch ließen es sich 19 hartgesottene Teilnehmer  nicht nehmen, mit ihrem Fahrrad mitten über den Kroppener Schlossteich zu radeln. Im Rahmen des Dorffestes fand die erste Schlossteichfahrt statt. „Wir wollten einmal etwas Neues machen, was es so noch nie im Dorf gab. Die Idee brachte ein Kumpel mit. Mit diesem Gaudi wollen wir mehr Gäste anlocken und daraus eventuell eine Tradition werden lassen“, sagt Johannes Haupt, einer der zehn Mitstreiter, die den Parcours mitten im See aufgebaut haben.

Und dieser hatte es in sich. 45 Meter lang auf einer sechs Zentimeter starken Holzbohle fahren, die an der schwächsten Stelle gerade einmal 25 Zentimeter breit ist und dazu mit fünf Zentimeter Wasser bedeckt ist - eine Herausforderung, die nicht alle schafften. Und in der Tat: Beim ersten Qualifikationslauf sind lediglich sieben Teilnehmer trocken ans andere Ufer gekommen. Der Rest nahm unweigerlich oder zur Freude der Zuschauer ein Bad im ziemlich schlammigen Schlossteich. Während es bei den ersten Wertungsläufen noch um Meter ging, so galt es im Finale, den Parcours nach Zeit zu bewältigen. Das Verrückte: Es ging dabei nicht um Schnelligkeit. „Sondern Sieger ist, wer am langsamsten nach 45 Metern das andere Ufer erreicht hat“, erklärt Moderator Johannes Haupt.
Nach gut acht Jahren Standzeit nahmen Christian und Marcel das alte Tandem mal wieder aus der Scheune und gingen damit an den Start. „Wir haben uns nicht vorbereitet. Nur ein Angstbier haben wir  zu uns genommen. Der Regen stört uns nicht, wir werden eh nass“, tippt der 29-jährige Marcel. Am Ende sind sie in beiden Wertungsläufen mit dem Tandem gerade einmal gut fünf Meter auf den Holzbohlen gefahren und haben dann gemeinsam Bekanntschaft mit dem Wasser gemacht. Ihre Verkleidung als „Mario Brothers“ hat da auch nicht geholfen.

Als Baywatch-Nixe mit pinkfarbenen Haaren hatte sich Björn Pawel verkleidet. „Wenn du einmal rechts oder links weg bist, ist es vorbei“, sagte der Kroppener, als er triefend nass aus dem Schlossteich stieg. Einer, der es im ersten Lauf geschafft hat, war dagegen Valentin Riemer. „Eine Möglichkeit zu üben, hatte ich nicht. Solch einen Gaudi mache ich zum ersten Mal. Die Radtour und ein Bier vor dem Start waren wohl das Geheimrezept, dass ich trocken drüben angekommen bin“, schätzt der 22-jährige Ruhlander, der für das Team Arnsdorf startete.
Einer, der zu Hause heimlich geübt hat, war Marco Krämer. „Ich habe mir auf dem Hof Bretter hingelegt und bin darüber gefahren. Eigentlich ist es nur eine Kopfsache“, glaubt der 41-Jährige.
Das recht zahlreich erschienene Publikum fühlte sich am Ufer derweil gut unterhalten. „Es ist mal etwas anderes“, freute  sich die 68-jährige Anita aus Kroppen. „Ich möchte heute bei dem Wetter lieber nicht reinfallen. Aber wenn ich jünger wäre, hätte ich bestimmt mitgemacht“, verriet sie schmunzelnd.
Auch Annett Bergmann aus Kroppen drückte am Rande des Teiches mit Freunden einigen Teilnehmern die Daumen. „Mir wäre das Wasser ja zu kalt. Aber der Gaudi ist schon toll für unser Dorffest“, lobte sie.
Ganz ohne eine kleine Belohnung blieb die nasskalte Tortur für die besten Teilnehmer nicht: Für die Sieger gab es einen Pokal, einen Gutschein und einen Präsentkorb.