| 17:21 Uhr

Umfrage zum Nikolaustag
Große Schuhe sind zu Nikolaus gefragt

Mit Schuhgröße 43 hat Igor Holland-Moritz (41) aus Senftenberg einen deutlichen Stauraum-Vorteil gegenüber seinem Sohn Rupert (2).
Mit Schuhgröße 43 hat Igor Holland-Moritz (41) aus Senftenberg einen deutlichen Stauraum-Vorteil gegenüber seinem Sohn Rupert (2). FOTO: Steffen Rasche
Senftenberg. In der Nikolausnacht ist Stiefel nicht gleich Stiefel: in die Schuhgröße 46 von Max aus Biehlen passt einiges rein.

Wenn es so etwas wie den idealen Stiefel für die Nikolausnacht gibt, dann ist es ein Langschaftstiefel. „Da passen besonders viele Schoko-Nikoläuse rein“, meint Lore Polka, Geschäftsführerin von Schuh Polka in der Senftenberger Kreuzstraße. Sie selbst stellt natürlich ihre Stiefel mit der höchsten Schafthöhe raus. Als Schuhfachfrau freut sie sich darüber, dass es endlich mal wieder einen amtlichen Grund gibt, die Schuhe ordentlich zu putzen. Aber Achtung: Bloß nicht mit Wasser schrubben! „An das sensible Leder sollte nur ein gutes Imprägnierspray und Pflege rankommen“, erklärt sie. Am besten sogar jede Woche, damit die Schuhe lange halten und auch über den Nikolaustag hinweg glänzen.

Susanne Seifert, Mitarbeiterin bei Orthopädie-Schuhtechnik Kraus in der Senftenberger Schmiedestraße, kennt sogar einen noch besseren Trick, um an noch mehr Süßes vom Nikolaus zu kommen. „Noch cleverer ist nämlich der, der nicht nur die besonders hohen, sondern auch die breiten Schuhe rausstellt. Da gehen dann doppelt so viele Schoko-Männer rein“, stellt sie mit einem Schmunzeln fest. Bei „Schusters Rappen“ bemerkt sie immer häufiger, dass viele Frauen zu kleine Schuhe tragen und dadurch Schmerzen haben. „Die Füße verändern sich aber im Laufe des Lebens, werden breiter und manchmal auch länger. Auch wenn viele große Schuhe nicht für schick halten, sollten sie auf ihre Füße hören“, rät sie. Gerade zum Nikolaustag könnte man sich neue Stiefel in der richtigen Größe gönnen. Vor allem die langen Modelle und Stiefel mit Plateau haben es den Kundinnen derzeit angetan.

Weniger beliebt sind hingegen knallige Farben und ausgefallene Schnitte. Rote Stiefel mit weißen Weihnachtsmannbärten wären deshalb eher Ladenhüter, als begehrtes Modeaccessoire. „Wir hatten mal einen gelben Schuh im Angebot. Viele Frauen probierten ihn an und fanden ihn toll, aber der wurde nur selten gekauft, weil er nicht zum Rest der Garderobe passt“, stellt Susanne Seifert fest. Deswegen geht sie davon aus, dass am heutigen Nikolaustag viele schwarze oder braune Stiefel auf ihre Befüllung warten – natürlich auch ihr eigenes Exemplar.

Auf großem Fuß leben eher die Männer - das hat die natürlich nicht repräsentative RUNDSCHAU-Umfrage am Nikolaus-Vortag eindeutig ergeben. Größe 46 ist für den Normalfuß in der Regel schon das höchste der Gefühle. Kristin Drogla, Friseurmeisterin in Schwarzbach, muss solch einen Megatreter für ihren Sohn Max füllen. Der 16-Jährige lebt familiär gesehen auf dem größten Fuß. In den Stiefel seiner zwölfjährigen Schwester Sophie hingegen passt bei Schuhgröße 37 deutlich weniger. Trotz des Größenunterschieds putzen beide am Vortag ihre Stiefel und stellen die Schuhe auch vor die Tür. „Am Abend bleiben sie in ihren Zimmern, um den Nikloaus nicht zu stören“, verrät Kristin Drogla. Mit dem Nikolaustag beginnt für die 43-Jährige daheim in Biehlen und auch in ihrem Salon eine freudige und zugleich sehr stressige Zeit.

 Mit einem voluminösem Schuhwerk  hat heute Morgen auch André Schrock (28) aus Hohenbocka gepunktet. In der Familie lebt er auf  dem größten Fuß. Töchterchen Martha (3) hat in ihren gemeinsam mit dem Papa gewienerten Schuhchen Buntstifte, eine Kinder-CD und jede Menge Süßigkeiten gefunden. Mit dem Putzen indes hält es André  Schrock übers Jahr nicht so. Lediglich an seine Fußballschuhe lässt er seine Frau nicht ran.

Mit Schuhgröße 43 hat Igor Holland-Moritz aus Senftenberg zwar ziemlich gute Karten beim Nikolaus, Abräumer in der Familie ist jedoch der zweijährige Rupert, der die kleinste Schuhgröße trägt. Igor Holland-Moritz erinnert sich noch gut daran, wie bei ihm zu DDR-Zeiten zu Nikolaus ein Spiderman-Comic aus dem Westen im Stiefel steckte. „Ich durfte das damals Niemandem erzählen, was mir auf dem Schulhof schon sehr schwer fiel“, lacht er heute.

Nikolaus und Schuhe putzen - das  gibt es bei Gary Murray (52) aus Niemtsch nicht. Aus Manchester stammend, lebt er erst seit 1994 in Deutschland. „Nikolaus kennen wir Briten nicht“, erklärt er. Seine Frau ist darüber nicht böse. Dafür feiert die Familie Heiligabend das Weihnachtsfest und nicht wie in Großbritannien üblich erst am Vormittag des ersten Weihnachtstages. Beim Schuheputzen übers Jahr  legt Gary Murray besonderes Augenmerk auf seine Fußballschuhe, die immer gewienert sind.

Friseurmeisterin Kristin Drogla (43) aus Biehlen hat in ihrer Familie die gesamte Spannbreite von Schuhgröße 37 bis 46 zu bestücken.
Friseurmeisterin Kristin Drogla (43) aus Biehlen hat in ihrer Familie die gesamte Spannbreite von Schuhgröße 37 bis 46 zu bestücken. FOTO: Steffen Rasche
Bei Gary Murray (52) aus Niemtsch ist der Nikolaus arbeitslos. Der Brite kennt diesen Brauch aus seiner Heimat nicht.
Bei Gary Murray (52) aus Niemtsch ist der Nikolaus arbeitslos. Der Brite kennt diesen Brauch aus seiner Heimat nicht. FOTO: Steffen Rasche
Ob André Schrock (28) aus Hohenbocka den Nikolaus heute mit seinen geputzten Fußballschuhen überzeugen konnte, bleibt sein Geheimnis.
Ob André Schrock (28) aus Hohenbocka den Nikolaus heute mit seinen geputzten Fußballschuhen überzeugen konnte, bleibt sein Geheimnis. FOTO: Steffen Rasche