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Große Schäden nach Gewittersturm

Wieder Ruhe nach dem schweren Sturm: Senftenbergs Hafenmeisterin Ulrike Herrmann nimmt die Schäden auf. Donnerstagabend hatte es im Hafen einen Feuerwehreinsatz gegeben, weil Boote gesichert werden mussten.
Wieder Ruhe nach dem schweren Sturm: Senftenbergs Hafenmeisterin Ulrike Herrmann nimmt die Schäden auf. Donnerstagabend hatte es im Hafen einen Feuerwehreinsatz gegeben, weil Boote gesichert werden mussten. FOTO: Rasche/str1
Senftenberg. Zwei schwere Gewitterfronten haben es am Donnerstag im Süden des Landkreises mit Sturm in Orkanstärke 12, haselnussgroßen Hagelkörnern und Regen ganz gewaltig krachen lassen. Am heftigsten hat es Ortrand und Umgebung getroffen. Andrea Budich

Die Kameraden der Feuerwehr waren dort mit Eintreffen der ersten Gewitterwalze gegen 16.30 Uhr bis in die späten Abendstunden bei mehr als 40 Notfällen im Dauereinsatz. Der schwierigste wartete auf offener Bahnstrecke. Kurz vor Ortrand war ein vollbesetzter Regionalexpress in Fahrtrichtung Ruhland auf dem von umgestürzten Bäumen blockierten Schienenweg stehen geblieben. Der Zug mit etwa 70 Fahrgästen ist nach viereinhalb Stunden von der Feuerwehr evakuiert worden, bestätigt Einsatzleiter Sven Wielk. Bürger hatten auf die völlig erschöpften Menschen im überhitzten Zug aufmerksam gemacht. Ein Notruf war nicht abgesetzt worden oder nicht angekommen. Die Leute sind nach der Notfallversorgung im Depot mit Taxen an ihre Zielorte gebracht worden. Denn ein Bahnmanager, der den Gleisweg auch für Feuerwehreinsätze erst freigeben muss, war nicht aufzutreiben.

Turbulent ging es auch im Senftenberger Stadthafen zu. Schwere Böen versetzten den Bootssteg in Schwingungen und ließen die 130 festgemachten Boote bedrohlich hüpfen. Von Bürgern alarmiert, eilte Hafenmeisterin Ulrike Herrmann an den Schauplatz. Im Einsatz war auch die Senftenberger Feuerwehr. Holzteile des Steges und einige Boote wurden beschädigt, Leinen rissen, ein Motor ging zu Bruch.

Lauchhammer mit 35 Einsätzen, Großräschen, Schipkau und Senftenberg vermelden ansonsten größtenteils umgestürzte Bäume und abgeknickte Äste. In der Schulstraße der Kreisstadt und an der Caritas-Sozialstation in Großrä schen begrub je ein entwurzelter Baum ein Auto unter sich. Spektakulärster Einsatzgrund in Schipkau war eine große, alte Kiefer, die im Schipkauer Pirschweg auf ein Nebengebäude gestürzt war. Bei der ersten Gewitterwalze am Nachmittag hatte dort ein Wind-Wirbel getobt. In der Brunnenstraße in Ortrand hat der Sturm einen Strommast flachgelegt und dabei den Zaun von Kurt Tenner demoliert. Das große Aufräumen hat die Kameraden der Feuerwehren den ganzen Freitag beschäftigt. In Großräschen musste am Vormittag die grüne Mitte von umgestürzten Bäumen befreit werden.