ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 13:33 Uhr

Nach BGH-Beschluss: Prozessauftakt gegen Senftenberger am Cottbuser Landgericht
Großdealer kann bei Geständnis drei Jahre sparen

Nach dem Beschluss des Bundesgerichtshofes hat am Freitag der Prozess gegen einen Senftenberger neu begonnen. Von Jan Augustin

Genau ein Jahr nach dem das Landgericht Cottbus einen Senftenberger Drogendealer zu einer Freiheitsstrafe von zwölfeinhalb Jahren verdonnert hat, steht Sven M.* seit Freitag erneut vor Gericht. Die Verhandlung ist neu gestartet, weil der Bundesgerichtshof das Rekord-Urteil aufgehoben und den Prozess an eine andere Strafkammer des Landgerichtes zurückverwiesen hat.

Ein neues Urteil ist noch nicht gefallen. Staatsanwalt Olaf Jurtz, Verteidiger Armin Krahl und die 2. große Strafkammer um den Vorsitzenden Richter André Simon zogen sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit für anderthalb Stunden zu einem Rechtsgespräch zurück. Das Ergebnis dieser Runde soll am kommenden Montag verkündet werden. Nach RUNDSCHAU-Informationen können sich die Prozessbeteiligten einen neuen Strafrahmen von knapp neun Jahren bis neuneinhalb Jahren vorstellen. Vorausgesetzt Sven M. legt ein Geständnis ab. Das hatte er bisher allerdings nicht getan.

Sven M. war wegen Drogenhandels in insgesamt 114 Fällen und des unerlaubten Besitzes einer Pistole verurteilt worden. Das war die bisher härteste Strafe, die das Cottbuser Landgericht wegen Drogendealerei je verhängt hat. Außerdem sollte der heute 38-Jährige den Gewinn, der aus dem Verkauf der bei ihm gefundenen Drogen erzielt worden wäre, an die Staatskasse zahlen. Knapp 125 000 Euro sind das.

Der Senftenberger war vor zwei Jahren bei einer groß angelegten Razzia festgenommen worden. Wohnungen und Gärten wurden in Cottbus, Senftenberg und Lübben durchsucht. Einsatzkräfte vom Spezialeinsatzkommando stellten ihn, als er 200 Gramm Crystal an einen Dealer aus Lübben verkaufte. Die Ermittler fanden in einer Wohnung, die Sven M. als Bunkerort genutzt haben soll, kiloweise Drogen. Unter anderem soll er im Eigentum von 1,7 Kilo Crystal, 122 Gramm Kokain, 700 Gramm Haschisch und 738 LSD-Trips gewesen sein. In einem Keller fanden die Beamten eine scharfe Pistole, passende Munition, eine Geldzählmaschine und 12 000 Euro Bares.⇥*Name geändert