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Großartige Musiker öffnen Herzen und Börsen

Stefanie Hertel, die Königin des volkstümlichen Schlagers, singt und swingt am Senftenberger See.
Stefanie Hertel, die Königin des volkstümlichen Schlagers, singt und swingt am Senftenberger See. FOTO: Uwe Hegewald/uhd1
Großkoschen. Benefiz-Konzert des Bundespolizeiorchesters mit Stefanie Hertel spielt mehr als 4500 Euro für Johanniter Kinderhospizdienste ein. Uwe Hegewald / uhd1

Das Bundespolizeiorchester Berlin und Stefanie Hertel, das ostdeutsche Goldkehlchen, haben die zahlreichen Zuhörer im Amphitheater Großkoschen am Senftenberger See am kalten Donnerstagabend begeistert. "Wir sind auch jedes Mal überrascht, welchen Stargast das Bundespolizeiorchester für das Benefiz-Konzert gewinnen kann. Die Bemühungen sind nachvollziehbar, tragen große Stars wie Stefanie Hertel doch dazu bei, dass die Hütte voll wird", begründet Matthias Rudolf einen Teil der Philosophie hinter der Veranstaltung.

Der Regionalvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe in Südbrandenburg erklärt es mathematisch: Die Publikumsresonanz plus großer Unterhaltung ergeben einen großen Spendenerlös: 4546,89 Euro für guten Zweck, den Stargast Stefanie Hertel noch aufstockt.

"Ihre Musik ist meine Welt. Die Sängerin hat schon so viele Erfolge errungen und sich in mehreren Genres bewiesen. Ich bin gespannt, was sie heute Abend mit einem Orchester an ihrer Seite auf die Bühne bringt", begründet Renate Korn ihre Anreise aus Finsterwalde. Ehemann Karl-Heinz sieht sich eher in der Chauffeur-Rolle: "Das ist nicht unbedingt meine Veranstaltung", sagt der bekennende AC/DC-Fan, der im selben Atemzug konstatiert: "Aber eine gute Sache ist das hier allemal."

Der Erlös des Abends fließt in Projekte des Regionalverbandes der Johanniter, der in den Landkreisen Oberspreewald-Lausitz, Elbe-Elster, Dahme-Spreewald, Spree-Neiße und in der kreisfreien Stadt Cottbus aktiv ist. "Wir stärken damit unseren ambulanten Kinderhospizdienst und das Projekt Lacrima, das Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche", erläutert Matthias Rudolf. Lacrima steht für die Träne. So werden kompetente Dozenten gebucht, um die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter der Kinderhospizdienste zu schulen. Denn die einfühlsamen Betreuer müssen auch sehr gut qualifiziert sein. "Und das kostet nun mal Geld", so der Vorstand.

Katja Kubick aus Großkoschen weiß die Johanniter-Hilfe zu schätzen. Im Alter von zwei Jahren wurde bei ihrem inzwischen zehnjährigen Sohn Jared eine schwere Stoffwechselkrankheit diagnostiziert, die eine 24-Stunden-Betreuung notwendig macht. "Mit den Betreuern des ambulanten Kinderhospizdienstes sind wir zu einer richtigen Familie zusammengewachsen", sagt Katja Kubick, die bisher keines der bisher fünf Benefiz-Konzerte in ihrem Heimatdorf verpasst hat. Zu verdanken sind diese der Bundespolizeiinspektion in Forst um ihren neuen Bundespolizeichef Michael Mäker. "Mit so einem professionellen Klangkörper habe ich nicht gerechnet. Ich bin zuerst von Blasmusik und Rumtata ausgegangen", legt Karl-Heinz Korn bereits zur Pause vorherige Zweifel am Unterhaltungsprogramm ab. "Die Chauffeur-Dienste für meine Frau haben sich gelohnt", korrigiert der Sängerstädter seine Einstellung.

Vom Konzert mit Stefanie Hertel und dem Bundespolizeiorchester Berlin unter Leitung von Arend zu Hoene zeigt sich auch Andreas Berger-Winkler, Sprecher des Regionalverbandes der Johanniter, beeindruckt. Bei zufriedenen Zuhörern habe dies auch die Geldbörse über den symbolischen Preis für die Eintrittskarte hinaus geöffnet.

Stefanie Hertel hatte das Polizeiorchester musikalisch als "großartig" bezeichnet. "Mir ist es wirklich eine Ehre und große Freude, mit diesen tollen Musikern auf der Bühne zu stehen", sagte sie. Der Senftenberger See und das Live-Konzert mit dem Orchester sind Premieren für die Sängerin gewesen. Im Amphitheater Großkoschen aber gab es trotzdem ein Wiedersehen. Denn am Saxofon im Polizeiorchester spielt ein alter Bandkollege mit, der einige Arrangements für dieses Konzert geschrieben hat. Stefanie Hertel, die Swing-Klassiker besonders liebt, wie sie der RUNDSCHAU im Vorfeld erklärt hatte, hatte auch eigene Lieder für Bigband und Orchester mitgebracht.