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Gottes Ohr bleibt im Rennen ums Fördergeld

Auch die Gläubigen mit eingeschränktem Hörvermögen sollen dem Gottesdienst in der Ortrander Kirche künftig bequem folgen können.
Auch die Gläubigen mit eingeschränktem Hörvermögen sollen dem Gottesdienst in der Ortrander Kirche künftig bequem folgen können. FOTO: sam1
Ortrand/Lindenau. Ein Anbau an das Gebäude der Kindertagesstätte "Krümelkiste" in Lindenau und ein neues System, das die Akustik in der Kirche Sankt Barbara verbessern soll, haben den Sprung auf die Wunschliste des Fördergebietes Elbe-Elster geschafft. Die Schradenregion um Ortrand greift auf die europäischen Töpfe der ländlichen Entwicklung zu. Kathleen Weser

In der jüngsten Förderrunde, in der drei Millionen Euro ausgeschüttet werden, haben sich die Gemeinde Lindenau und die Ortrander Kirchengemeinde ins Mittelfeld der Prioritätenliste gekämpft. 15 von 21 Ideen aus der Region sind bestätigt worden und damit für das Antragsverfahren auf Fördermittel zugelassen. Das bestätigt Thilo Richter, der Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) und Chef des Amtes Schradenland.

In Lindenau soll am Kinderhaus ein weiterer Gruppenraum mit 15 Plätzen angebaut werden. Etwa 150 000 Euro will die Gemeinde investieren. Die Plätze in Kindergarten und Hort sind rar geworden. "Ein schönes Problem, das schnell gelöst werden muss", kommentiert Amtsdirektor Kersten Sickert den Fall. In jedem Fall soll in diesem Jahr gebaut werden.

Die Ortrander Kirche soll technisch aufgerüstet werden. Träger von Hörgeräten sollen akustische Signale empfangen und dadurch den Gottesdienst und das Spiel der Orgel gut aufnehmen können. "Das ist eine tolle Idee und das System in der Region auch einzigartig", stellt Kersten Sickert fest. Das Gotteshaus soll auch barrierefrei zugänglich gemacht werden, erklärt er weiter.

Jetzt sind die Förderanträge beim Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung zu stellen. Das ist die letzte Hürde auf dem Weg zum Geld aus dem Topf, an dem das Gedränge groß ist. Die Förder sätze sind attraktiv, das Antragsverfahren aber ist auch aufwendig. Ideen, die Jobs schaffen und erhalten, und Projekte der Daseinsfürsorge im ländlichen Raum haben im Fördergebiet Elbe-Elster die größten Chancen auf die begehrten staatlichen Zuschüsse.