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Goldener Oktober mit Rekord-Sonnenschein

OSL-Kreis.. Frühlingsgefühle im Oktober – das Wetter machte es in diesem Jahr möglich. Ein märchenhaft schöner, in dieser Vollkommenheit selten erlebter Oktober hat Sinne und Herzen erfreut und unvergessliche Eindrücke hinterlassen. Rudolf Kupfer


Solch eine Konzentration von Sonnenschein, blauem Himmel und einer bunten Farbenpracht mit wenig Regen hat es schon lange nicht gegeben, meint Gabriele Haußmann aus Hörlitz. Das ist ein Ausgleich für den verregneten Juli und eine gute Vorbereitung, um die Launen des bevorstehenden Winters besser bewältigen zu können. Ein Rekordwert sind die 168 Stunden Sonnenschein, die Michael Wesnigk in Klettwitz für Oktober ermittelt hat (50 Prozent über der Norm). Obwohl es drei Mal Nachtfrost bis zu minus drei Grad gab, hat Klaus Hirsch in Großkoschen in der Nacht vom 22. zum 23. Oktober eine sommerliche Tiefsttemperatur von 17 Grad gemessen.
Dieses Biergarten- und Grillwetter wurde allerorts bis Ende Oktober mit Freude genutzt. Da tiefe Temperaturen und erste winterliche Boten diesen Oktober nicht erreichten, sind in der Natur kaum Frostschäden zu erkennen. Das Laub blieb deshalb etwa eine Woche länger an den Bäumen, schätzt Heinrich Mücke in Ruhland ein. Allerdings, so die Beobachtung von Ronny Sommer in Buchwalde, fiel es Ende des Monats schlagartig von Linden, Buchen und anderen Bäumen. Die Kleingärtner tauschten Rasenmäher mit der Laubharke und haben tüchtig zu tun, um alles zu bewältigen. Die extreme Trockenzeit für Oktober beweisen die von Ingo Nowack in Schipkau gemessenen 24 Millimeter Niederschlag (50 Prozent der Norm). Das führte beispielsweise dazu, dass in Schipkau Anfang Oktober die Beregnungsanlage im „Stadion der Bergarbeiter“ nochmals eingesetzt wurde. Der Rasen zeigte Trockenschäden mitten im Herbst.
„Ist der Oktober warm und fein (trocken), kommt ein scharfer Winter drein.“ Diese Wetterregel hat mit 90 Prozent für Januar und 65 Prozent für Februar eine sehr hohe Treffsicherheit. Auch der 100-jährige Kalender sagt einen starken Winter voraus. Allerdings lag er mit der Prognose wechselhaftes Wetter für Oktober voll daneben.
In diesen Tagen hat Kurt Grünig aus Grünewalde in der heimischen Flur große Mengen Wildgänse beobachtet. Dagegen schätzt Günter Kobel in Ortrand ein, dass sich die Wildgänse in diesem Jahr bisher rar gemacht haben. Immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich solche Beobachtungen auf relativ kleinem Raum sind. Für Dieter Sawall in Großräschen sind, bedingt durch die Wärme, die Bienen zu lange aktiv gewesen. Sie brauchen jetzt ihre Winterruhe. In Lindenau trägt in diesem Jahr ein Klarapfelbaum bereits das zweite Mal Früchte.