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| 14:48 Uhr

Rückkehrer nach Lauchhammer Rückkehrer
„Unsere Zukunft liegt in der Heimat“

FOTO: Peter Aswendt
Lauchhammer. Laura und Marco Paulick haben der Heimat für die Ausbildung den Rücken gekehrt. Jetzt starten sie in eine gemeinsame Zukunft in Lauchhammer - und sind glücklich darüber. Von Peter Aswendt

Für Laura und Marco Paulick steht fest: „Unsere Zukunft liegt in der Heimat“. Der 29-jährige Polizeimeister hat nach dem Abitur und einer Berufsausbildung als Physiotherapeut eine Ausbildung bei der Bundespolizei in Neustrelitz begonnen. In der Zeit hat er Laura, seit Oktober seine Ehefrau, kennen gelernt. „Wir haben dann zwei Jahre lang eine Wochenendbeziehung geführt“, erzählt er. Der Dienst bei der Bundespolizei sei nicht förderlich gewesen als Paar. Mit dem Abschluss als Polizeimeister hat Marco Paulick die Konsequenz gezogen und seinen Abschied eingereicht. „Ich habe ein Sperrjahr bekommen, das ist so üblich“, sagt er.

Freundin Laura hatte in der Zwischenzeit nach dem Abitur eine Ausbildung als Erzieherin beendet und in Finsterwalde in einer Kindertagesstätte gearbeitet. Als dann für Marco die erhoffte Stelle bei der Landespolizei in Görlitz frei wurde, war die Entscheidung fällig: „Für mich war klar, dass ich bei meinem Freund bleibe“, erzählt Laura. Eine neue Arbeit war für die junge Erzieherin schnell gefunden: „Ich habe eigentlich meinen Traumjob gehabt“, lächelt sie. „Ich war als Horterzieherin und mit super Kollegen beruflich sehr glücklich“, fügt sie hinzu. Auch für den jungen Polizeimeister lief es im Einsatzzug in Görlitz nicht schlecht. „Unser Herz hing aber immer an Lauchhammer, da waren unsere Familien und unsere Freunde“, erzählen beide übereinstimmend. Mit diesem Gedanken im Kopf wurde die Rückkehr geplant.

Für den jungen Polizeimeister war es aber gar nicht so einfach, die Arbeitsstelle zu wechseln: „Man muss eigentlich drei Jahre in der Dienststelle bleiben, ehe man wechseln kann“, beschreibt er den regulären Ablauf. Ein Schlupfloch bietet ein Tausch, also musste ein anderer Polizist aus der Region Oberspreewald-Lausitz nach Görlitz wollen. „Das ist aber wie ein Sechser im Lotto“, stellt der Polizeimeister fest. Dass die Geschichte dann doch gut geendet ist, ist nicht zuletzt der Hartnäckigkeit von Ehefrau Laura geschuldet. „Da bekannt war, dass ich tauschen möchte, kam dann tatsächlich auch ein Angebot. Ich war aber skeptisch“, erinnert sich Marco. „Eigentlich habe ich gesagt, das klappt sowieso nicht. Aber Laura drängte mich zum Anruf“, sagt er. Und der Tauschwillige kam aus Lauchhammer und wollte unbedingt nach Görlitz. „Wir waren im siebten Himmel“, bestätigt Laura lachend. Der Plan vom Umzug stand fest.

Dass ihr Leben mehrere Wochen auf gepackten Koffern stattfand, war dann kein Problem mehr. So mal sie tatkräftige Unterstützung hatten: „Wir sind allen sehr dankbar, denn ohne unsere Familie und unsere Freunde wäre der Umzug nicht so reibungslos über die Bühne gegangen“, zeigen sich beide immer noch ergriffen. Als frisch verheiratetes Paar und werdende Eltern sind beide glücklich in ihrer Heimatstadt.

Marco Paulick versieht sein Dienst in der Polizeiwache Senftenberg. Und Laura ist in einer Kindertagesstätte in Lauchhammer tätig. Dass sie hier nicht mehr weg wollen, zementieren sie auch mit einem geplanten Hausbau. „Wir können nur jedem, der die Heimat verlassen hat, empfehlen, den Kontakt nicht abreißen zu lassen. Die Rückkehrertage sind ein gutes Mittel, vielleicht wieder in heimatliche Gefilde zurückzukommen“, erklärt der Rückkehrer.