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| 02:36 Uhr

"Glassternchen" funkelt in Annahütte

Zu den zehn Gebäuden, die in der Glaswerksiedlung denkmalgerecht saniert wurden, gehört auch der Kindergarten "Glassternchen". Die einstige Schönheit der alten Werkssiedlung als historisches Kleinod ist hier wieder gut zu erkennen.
Zu den zehn Gebäuden, die in der Glaswerksiedlung denkmalgerecht saniert wurden, gehört auch der Kindergarten "Glassternchen". Die einstige Schönheit der alten Werkssiedlung als historisches Kleinod ist hier wieder gut zu erkennen. FOTO: Steffen Rasche
Annahütte. In Schipkaus Gemeindeparlament stehen Entscheidungen für das Sanierungsgebiet Glaswerksiedlung Annahütte an. Das 1992 begonnene Sanierungsverfahren endet in diesem Jahr. Ein Teil der unbewohnten Gebäude soll für die kommenden Jahre gesichert werden, um Schäden zu verhindern. red/ab

Wohl kaum ein anderes Vorhaben hat die Gemüter in Annahütte und Umgebung über einen solch langen Zeitraum beschäftigt. Licht und Schatten liegen nahe beieinander.

Nach einer ersten missglückten Zuordnung der rund 30 Mehrfamilienhäuser an die Gemeinde musste die Kommune die Objekte Jahre später noch einmal vom örtlichen Glaswerk abkaufen. Über Jahre hinweg erfolgte zunächst eine grundhafte Instandsetzung der jahrelang vernachlässigten öffentlichen Infrastruktur. Ver- und Entsorgungsleitungen wurden erneuert, die Straßen neu gestaltet. Völlig neu entstanden der Heyeplatz und der Kirchvorplatz, auf dem zuvor die ruinöse alte Schule abgetragen wurde. Die Kosten teilten sich Bund, Land und Gemeinde.

Neben mehreren Gebäudeabbrüchen wurden seither insgesamt zehn Gebäude denkmalgerecht saniert. Dazu zählt auch die Kita "Glassternchen", die das Gebiet dominiert. Das als "Menagerie" um 1880 errichtete Ledigenwohnheim befand sich nach 1990 in einem traurigen Zustand. "Heute freue ich mich jeden Tag aufs Neue, welches Leben hier wieder eingezogen ist", so Ortsvorsteher Horst Pawlik, der selbst nebenan in der Glaswerk siedlung zu Hause ist.

"In all den Jahren lobten zahllose Besucher unsere Siedlung", so Pawlik weiter. Aber unter ihnen Investoren zu finden, war stets schwierig. Die Eigenarten der dicht bebauten Siedlung, Vorgaben des Denkmalschutzes und zeitweise schwierige Vorgaben der Förderprogramme schreckten immer wieder Interessenten ab. Zuletzt taten sich zudem auch noch die Banken schwer damit, potentiellen Bauherren Finanzierungen zu gewähren.

Nun endet die aktive Phase des städtebaulichen Förderprogramms. Die Gemeinde als Eigentümerin der verbliebenen unbewohnten Häuser sondiert das weitere Vorgehen. Gemäß der geltenden Beschlüsse konzentriert man sich dabei auf den Bereich der Parkstraße und auf die kleineren Wohngebäude in der Mitte der Glaswerksiedlung. Hier sollen Sicherungsarbeiten erfolgen, um für die nächsten Jahre Schäden an der Bausubstanz zu minimieren.

"Die Entwicklung wird künftig sicher langsamer vorangehen", so Bürgermeister Klaus Prietzel (CDU). Er hofft, dass sich die Annahütter Wohnqualität mit grüner Umgebung, Wassernähe, Radwege, Schule, Arzt und Busanbindung sowie den Autobahnanschluss in der Nähe weiter herumspricht.

Zuversicht ist angebracht: An einem Mehrfamilienhaus starteten kürzlich Bauarbeiten, für zwei weitere Gebäude zeichnet sich eine Lösung ab.