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| 15:51 Uhr

Schon wieder drohen Feuerwehrleute mit Rücktritten
Getrübte Berufung der Ortrander Amtswehrführung

Die neue Ortrander Amtswehrführung: Leiter Sven Wielk (r.) und seine beiden Stellvertreter Volker Tischer (l.) und Marco König.
Die neue Ortrander Amtswehrführung: Leiter Sven Wielk (r.) und seine beiden Stellvertreter Volker Tischer (l.) und Marco König. FOTO: LR / Jan Augustin
Ortrand. Der im Januar berufene Feuerwehrchef Sven Wielk bleibt im Amt. Der Streit ist aber nicht beigelegt: Kameraden drohen mit Rücktritten. Von Jan Augustin

Es sieht nach Eintracht und eitel Sonnenschein aus: Bei bestem Sommerwetter am Dienstagabend auf dem Ortrander Marktplatz schüttelt Amtsdirektor Kersten Sickert die Hände der neuen Wehrführung: Der Ortrander Sven Wielk bleibt Chef der Feuerwehr. Seine Stellvertreter sind Volker Tischer und Marco König. Doch der feierliche Akt wird von neuen Rücktrittsbekundungen von etwa 20 Kameraden aus Kroppen und Kmehlen überschattet. Schriftlich lägen Sickert diese Informationen vor. „Das bedauere ich sehr“, betont er. Der Ortrander Feuerwehrstreit geht also in die nächste Runde. Auslöser des Zerwürfnisses war Wielks Berufung im Januar. Daraufhin hatten mehrere Führungskräfte der Feuerwehr ihre Funktionen niedergelegt und rechtswidrig die Einsatzbereitschaft abgemeldet. Als Zwischenlösung ist der Amtsdirektor als Wehrleiter selbst in die Bresche gesprungen. Etliche Gespräche, an denen sich sogar Landesbranddirektor Heinz Rudolph, Kreisbrandmeister Tobias Pelzer und OSL-Landrat Siegurd Heinze (parteilos) beteiligten, haben auch kein für alle Seiten zufriedenstellendes Ergebnis erzielt. Ob des neuen Ungemachs muss Kersten Sickert deshalb eingestehen: „Nach zahlreichen Meditationsgesprächen mit den potenziellen Amtswehrführern und den Ortswehrführern des Amtes Ortrand konnte leider keine einvernehmliche Lösung zwischen allen Ortswehren gefunden werden.“

Der ehemalige stellvertretende Feuerwehrchef Sven Wielk sei jetzt zwar erleichtert. „Aber es ist schon traurig, wenn man zwölf Jahre lang seine Arbeit gemacht hat, immer da war und dann so ein Theater erlebt. Das tut schon weh“, sagt der 44-Jährige offen. Motiviert seine Arbeit aufzunehmen, sei er dennoch. „Ich werde alles versuchen, dass die Einsatzbereitschaft wieder ein normales Niveau erreicht“, sagt der selbstständige Bestatter. Eine erste Schwerpunktaufgabe sei die Auswertung der nun endlich vorliegenden Gefahren- und Risikoanalyse.

Während Wielk, wie Amtsdirektor Sickert erklärt, „grundsätzlich“ für sechs Jahre berufen wurde, sollen seine Stellvertreter vorerst bis 2020 im Amt bleiben.