Das Schwarzheider Garten-Ei, der Kult-Klappsessel der Konsumgüterproduktion des Synthesewerkes Schwarzheide aus Polyurethan, wird in den Niederlanden wieder produziert. Das Möbel-Design des gebürtigen Ungarn Peter Ghyczy ist ein begehrtes Sammlerstück - vor allem in der Kunstszene.

Als vermeintliches DDR-Design hat es der praktische Klappsessel sogar bis ins „Wende Museum“ des amerikanischen Historikers Justinian Jampol nach Los Angeles geschafft. Mehr als 100 000 DDR-Artefakte von Tempoerbsen bis zum Gesellschaftsspiel hat er zusammengetragen. Ein großer Teil des Fundus besteht auch aus ungarischer Kunst der Jahre 1949 bis 1989. Darunter ist auch der hier als „Freiluftsessel Senftenberger Sitzei“ bezeichnete Klappsessel.

Bernd-Dieter Canter aus Ruhland verbindet eine schöne und schmerzliche Erinnerung mit dem außergewöhnlichen Möbelstück, das von 1972 bis 1975 in Werkstätten in Bernsdorf in einer Auflage von etwa 10 000 Stück hergestellt wurde. „Die junge Frau auf dem Werbefoto für das Garten-Ei ist meine Schwester Doris Canter“, klärt der Ruhlander auf. Damals sei sie im Werkshotel des Synthesewerkes als Kellnerin tätig gewesen. Hier war das Sitzmöbel in DDR-Chic als neues Konsumgut 1972 erstmals gezeigt worden. Doris Canter, die bereits verstorben ist, war damals 18 Jahre alt.

Kult-Sitzmöbel in neuem Glanz Schwarzheider Garten-Ei ist restauriert

Schwarzheide