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Geschäftsideen von zuckersüß bis vegan

Das sind sie, die Zehntklässlerinnen der Bernhard-Kellermann-Oberschule mit der besten Geschäftsidee: Jessica, Antonia, Elisa und Celine. Die vier Mädchen wollen in Senftenberg ein Café eröffnen, das es so in der Kreisstadt noch nicht gibt. Bei veganem Eis und frisch belegten Baguettes wollen sie Speeddatings anbieten. Beim Erarbeiten des Businessplans haben die beiden BTU-Studenten Philipp Maasch und Kevin Biemelt, beide aus Senftenberg, geholfen.
Das sind sie, die Zehntklässlerinnen der Bernhard-Kellermann-Oberschule mit der besten Geschäftsidee: Jessica, Antonia, Elisa und Celine. Die vier Mädchen wollen in Senftenberg ein Café eröffnen, das es so in der Kreisstadt noch nicht gibt. Bei veganem Eis und frisch belegten Baguettes wollen sie Speeddatings anbieten. Beim Erarbeiten des Businessplans haben die beiden BTU-Studenten Philipp Maasch und Kevin Biemelt, beide aus Senftenberg, geholfen. FOTO: Andrea Budich
Senftenberg. Wenn Zehntklässler ihre Prüfungsvorbereitungen zur Seite schieben und stattdessen zu Existenzgründern werden, dann sprudeln die Ideen nur so. Ein Baumhaushotel, ein Party-Dampfer auf dem Senftenberger See und ein Nachtclub im ehemaligen Baumarkt in Brieske gehören dazu. Andrea Budich

Die Geschäftsidee von Franziska, Kristin, Ann, Jessica und Fränze ist ganz einfach und basiert auf ihren Alltagserfahrungen in der Freizeit. Für junge Leute, die im Seenland was erleben wollen, sind die Angebote durchaus überschaubar und nicht spektakulär. "Da geht noch was. Wir mussten uns da einfach was einfallen lassen", erklärt Franziska. Ihren Lehrvertrag als Kauffrau für Büromanagement bei Vattenfall hat sie schon in der Tasche. "Lake Night Life" ist der englische Name ihres Unternehmens, das die fünf Mädchen auf einer Insel im Senftenberger See vor Niemtsch eröffnen wollen. Mit dem Land über einen Steg verbunden, sollen in dem zweietagigen Clubhaus regelmäßig Motto-Partys gefeiert werden, die den See zum Beben bringen. Dreimal in der Saison soll zudem das Fahrgastschiff zum Party-Dampfer werden. Mit den Urlaubern vom nahen Komfortcampingplatz versprechen sich die Existenzgründerinnen zusätzliches Partyvolk als sichere Bank für ihren Businessplan. "Keine schlechte Idee", urteilt auch André Peter, selbst Senftenberger Unternehmer mit Sitz im Stadthafen.

Etwas leiser und naturverbundener gehen es Oliver, Eric und Toni an, deren Geschäftsidee gleichfalls im Tourismus angesiedelt ist. Die drei Jungen haben sich am Geierswalder See ein Plätzchen für ein Baumhaushotel ausgeschaut. In insgesamt 15 Baumhäusern hoch oben in den Wipfeln haben die Urlauber einen herrlichen Blick ins weite Lausitzer Land und damit ein Angebot, das es so im Seenland bisher nicht gibt.

Die vom Land und der Initiative Oberschule geförderte Projektwoche Unternehmensgründung hat an der Kellermann-Oberschule seit sieben Jahren Tradition. "Mit ihr schließen wir nach vier Schuljahren die Berufsvorbereitung ab", erklärt Rektorin Ilona Just, die am Donnerstag mit in der Jury saß. Mitgemacht haben diesmal 49 Mädchen und Jungen aus beiden 10. Klassen. In zehn Kleingruppen haben sie sich mit dem "Unternehmersein" auseinandergesetzt und Zukunftsideen entwickelt, die Hand und Fuß haben. Dabei wurden sie von Senftenberger Bankinstituten und lokalen Gewerbetreibenden beraten und unterstützt. Studenten der BTU begleiteten die Schüler als Coach bei der Erstellung des Businessplans.

Ein goldenes Händchen dabei hatten Philipp Maasch (21) und Kevin Biemelt (24). Die beiden angehenden Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieure haben die Gruppe betreut, die am Ende mit der besten Geschäftsidee brillierte. Die haben Jessica, Antonia, Elisa und Celine aus der 10 a ausgebrütet und perfektioniert. Eröffnen wollen sie in Senftenberg ein Café "Violette". Die jungen Geschäftsfrauen setzen auf gesunde, frische Produkte, zu denen auch veganes Eis gehört. "Das bekommt man bisher in Senftenberg nirgendwo in die Waffel", erklärt Antonia, die nach der 10. Klasse in Cottbus ihr Abi machen will. Ihr Café soll auch noch dann zum Verweilen einladen, wenn in Senftenberg schon langsam die Bürgersteige hochgeklappt werden. "Bis 22 Uhr kann man sich bei uns treffen, auch zum Speeddating", sagt Jessica. Als künftige Bankkauffrau war das Erstellen des Businessplans vor allem ihr Ding. Den Ausbildungsvertrag mit der Sparkasse Niederlausitz hat sie schon unterschrieben.

Mit dem Abschluss der Unternehmensgründerwoche entlässt Jahrgangsleiterin Helma Sommer ihre Zehntklässler mit gutem Gefühl fast nahtlos in die Prüfungszeit. Von der Bandbreite der präsentierten Ideen zeigt sie sich begeistert.

Ein Nachtklub im einstigen Baumarkt in Brieske, eine Detektei für betrogene Ehefrauen und ein Backshop für hausgemachte Cupcakes gehören dazu. Mit der zuckersüßen Versuchung wollen Karo, Mandy, Sveta und Kora im Schlossparkcenter durchstarten. Wenn ihre Geschäfte gut laufen, wollen sie expandieren nach Dresden und Cottbus.